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Eine Radtour durch Görlitz und das Umland

Eine Radtour durch Görlitz und das Umland
Görlitz ist die östlichste Stadt in Deutschland und besticht durch den Stadtkern, ein architektonisches Glanzstück mit Bauten aus den verschiedensten Epochen. Von dort geht es schließlich in das Görlitzer Umland.
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Görlitz – Der Traum für Architektur-Liebhaber

Görlitz ist nicht nur die östlichste Stadt Deutschlands, sondern ein wahres Mekka für Architektur-Interessierte. In der Stadt, die dem Landkreis Görlitz den Namen gibt, lassen sich diverse Stilepochen finden: von der Gotik über die Renaissance über Barock bis zum Jugendstil. Görlitz bietet mehr als 4000 Einzeldenkmäler.

Kaum eine Stadt ist Deutschland ist architektonisch spannender als Görlitz. Und das, obwohl die Neiße-Metropole bis 1989 in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein schien. Erst nach der Wende ist das enorme Potenzial deutlich geworden. Heute erstrahlt die Stadt in neuem Glanz.

Handelspunkt Europas

Den historischen Glanz verdankt Görlitz seiner Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen. Einerseits ist das die Via Regia. Sie führte einst von Russland bis nach Spanien. Andererseits ist das eine Handelsstraße von Böhmen bis zur Ostsee. Görlitz lag damals nicht am Rande Deutschlands, sondern – wie heute auch – im Herzen Europas.

Zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert florierte in der Stadt der Handel. Görlitz wurde reich und überregional bekannt. Vor allem die Tuchmacher profitierten davon. Rund um den Untermarkt, den damals wichtigsten Platz, erbauten sie Stadtpaläste und Patrizierhäuser.

Ab zum Namensgeber des bekannten Bieres

Die Tour startet etwas abseits des historischen Altstadtkerns – an der Bundesstraße B6, am Abzweig nach Schöpstal. Zunächst geht es an der B6 entlang bis zum Flugplatz. Dann biegen Radler stadteinwärts ab und kommen am Kreisverkehr an der Reichenbacher Straße an. Von dort aus führt der Weg über die Karl-Eichler-Straße und den Grenzweg zur bekanntesten Erhebung der Stadt – der Landeskrone (419,4m NN). Sie gibt dem Görlitzer Bier – Landskron – den Namen.

Auf’s Land zum Schlesisch-Oberlausitzer Dorfmuseum

Nun wird es ländlich: Von Oberpfaffendorf über Pfaffendorf geht es per Rad nach Markersdorf. Dort gibt es im früheren „Kliemtschen Hof“ ein Museum. Das Gebäude ist etwa 250 Jahre alt und dient heute als Schlesisch-Oberlausitzer Dorfmuseum. Zu sehen sind unter anderem Ausstellungsstücke über die Landwirtschaft der vergangenen Jahrhunderte. Das Areal mit Bauernhaus, Werkstattgebäude und Nebengelassen ist liebevoll saniert worden.

Los geht’s in die Berge

Ab Markersdorf brauchen Radler jetzt Kondition. Denn es geht hinauf in die Königshainer Berge. Innerhalb der kommenden acht Kilometer sind bis zu 150 Höhenmeter zu überwinden. Dann ist der mit 415,2 Meter höchste Berg, der Kämpferberg, bezwungen.

Abwärts geht es dann in die Ortschaft Königshain. Dort können Gäste erneut ein Stück besonderer Architektur genießen – das Schloss Königshain. Es wurde von Joachim Frenzel als Renaissance-Schloss erbaut. Sein Vater, der Görlitzer Kaufmann Hans Frenzel, hatte im Jahr 1504 das Rittergut Königshain erworben.

Im Jahr 1764 baute schließlich Carl A. Gottlob von Schachmann in direkter Nähe ein Barockschloss im schlichten französischen Stil. Zudem verfügt die Gemeinde Königshain über ein Granitabbaumuseum. Von 1844 bis 1975 brach die Industrie dort Granitgestein. Verbaut wurde der Granit unter anderem im Görlitzer Neißeviadukt und im Leuchtturm am Kap Arkona auf Rügen.

Ins Schöpstal und zurück nach Görlitz

Von Königshain führt der Weg dann ins Schöpstal, der letzten Station, bevor der Radler wieder die Stadtgrenze von Görlitz erreicht. In einem der ältesten Gebäude der Gemeinde, dem Wasserschloss Ebersbach, residiert die Gemeindeverwaltung. Das Ensemble ist 1389 erbaut und 2004 saniert worden. Barock- und Rittersaal bieten Raum für festliche Anlässe.

Von Schöpstal sind es nur noch zwei Kilometer bis nach Görlitz. Dort bietet es sich an, noch einmal in die Stadt zu fahren und zu Fuß zur Neißebrücke zu gehen. Auch von der polnischen Seite der Neiße aus – von Zgorzelec – haben Gäste einen wunderbaren Blick auf die Görlitzer Altstadt.