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In Finsterwalde spielt die Musik

In Finsterwalde spielt die Musik
Im Sänger- und Kaufmannsmuseum können Sie die Geschichte der evangelischen Kantoreien ergründen.
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Wussten Sie, dass die Chöre in Mitteldeutschland durch die Reformation einen großen Aufschwung erlebten? Oder dass Bier früher eine wichtige Rolle in den Kantoreien spielte? Im Sänger- und Kaufmannsmuseum in Finsterwalde erfahren Sie mehr dazu. „Musikam hab ich allzeit lieb gehabt“ heißt die Sonderausstellung in Anlehnung an Luthers Ausspruch. Die Schau zur Geschichte der evangelischen Kantorei wird am 10. Juni eröffnet.  Am gleichen Tag feiert auch das Puppenspiel „Die Legende Luther“ mit dem Puppentheater „rudolf & volant“ seine Uraufführung.

Die wichtige Rolle von Bier und Strafen

Olaf Weber, der wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums, hat für die Sonderausstellung unter anderem die Chroniken einiger Kantoreien durchforstet und nicht nur interessante Fakten, sondern auch sehenswerte Leihgaben zusammengetragen: zum Beispiel historische  Musikliteratur, den Spieltisch einer Orgel, ein Pedalwerk, eine hunderte Jahre alte Lade samt Kantoreiordnung und mehr. Dazu stellt er Texttafeln mit Sprüchen von Luther zum Thema Musik, zur Rolle der Kurende, zur Bedeutung der Kantoreien bei Hochzeiten und Beerdigungen und anderen Schwerpunkten.

„Luther hat in der Kirchengemeinde eine aktive Rolle im Gottesdienst zugespielt“, erzählt uns Olaf Weber beim Rundgang durch das Museum. Musikalische Laien wie Handwerker und Händler kamen in den Kantoreien zusammen, um gemeinsam zu singen. „Aus den Kantoreiordnungen geht hervor, dass Bier und Strafen eine wichtige Rolle spielten. Bier war damals eine Art Nahrungsmittel und wurde auch beim Singen und Feiern getrunken. Manche Kantoreien durften sogar Bier brauen“, berichtet der Diplom-Museologe. Strafen gab es beispielsweise für das Zuspätkommen oder für lautes Fluchen.

Der „Chorwurm“ geht direkt ins Ohr

Ein paar Schritte weiter – in der Dauerausstellung des Museums – können wir etwas Chorgesang als kleine Hörprobe genießen. Der Rundgang durch das Haus lohnt sich auch für Kinder. Der „Chorwurm“ erzählt ein Stück Musikgeschichte und die Historie der Finsterwalder Sänger. Besonders toll finden wir die verschiedenen Audioguide-Versionen für Erwachsene und Kinder.

Von der Kolonialzeit bis zur DDR

Empfehlenswert ist auch ein Blick in den alten Kolonialwarenladen und die Drogerie aus DDR-Zeiten, die sogar noch riecht wie früher. Da kommen garantiert nicht nur Kinder beim Anblick der Kaufmannsladen-Sammlung ins Schwärmen.

Architekturgeschichte und Tagebau

Gleich um die Ecke geht es weiter mit der Entdeckungstour: Ein Besuch der Trinitatiskirche ist dabei ein Muss. Sie ist eine der ersten rein evangelischen Kirchenbauten und spiegelt die Bauweise der Reformationszeit wider. Aber nicht nur das Gotteshaus begeistert uns. Zusammen mit dem Schloss und dem Rathaus von Finsterwalde bildet es ein sehenswertes Ensemble.

Dass neben Luther vor allem die Braunkohle die Region maßgeblich geprägt hat, erfahren wir abschließend anschaulich in der Nähe von Finsterwalde in Lichterfeld. Von der riesigen ehemaligen Abraumförderbrücke F60 aus genießen wir in luftiger Höhe, das Steigerlied pfeifend, eine wundervolle Aussicht. Ein wunderbarer Abschluss eines musikalischen Tages.

Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde
Lange Straße 6/8
03238 Finsterwalde
03531 30783
kreismuseumfinsterwalde@lkee.de

Öffnungszeiten:

April bis September
Di bis So: 10 bis 18 Uhr

Oktober bis März
Di bis So: 10 bis 17 Uhr

Noch mehr Wissenswertes

Veranstaltungstipp:

Gehen Sie mit einem der vier Finsterwalder Sängern auf eine unterhaltsame Stadtführung durch Finsterwalde. Neben vielen interessanten Geschichten und Anekdoten zur Sängerstadt erfahren Sie im Lutherjahr auch viel über die Geschichte der Reformation in der Niederlausitz. Infos und Voranmeldung bei der Touristinformation Finsterwalde unter Telefon 03531 717830

Anreise mit der Bahn:

Stündliche Direktverbindungen von  Berlin, Cottbus und Leipzig. Nähere Informationen unter www.deutschebahn.de

Luther Pass:

Alle Informationen, Veranstaltungen und Aktionen rund um den Luther Pass und wie Sie zu Ihrem persönlichen Luther Pass gelangen, erhalten Sie auf www.lutherpass.de oder bei Facebook.