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Mit dem Fahrrad die Natur rund um Guben entdecken

Mit dem Fahrrad die Natur rund um Guben entdecken
Die Tour startet auf dem Oder-Neiße-Radweg in Guben. Dieser ist ein rund 630 Kilometer langer Fernradweg in Tschechien und Deutschland. Er folgt weitgehend der deutschen Ostgrenze zu Polen.
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Von Guben in die Natur

Entlang der Neiße geht es in Richtung alter Hafen. Dieser wurde im vergangenen Jahr von der Stadt Guben saniert und ist heute ein schickes Areal mit Sitzmöglichkeiten und direkter Anbindung an den Grenzfluss. Weiter geht es über Grundewald, Groß Breesen, Bresinchen über Sembten. Eine Einkehr lohnt dort bei „Flieges Hofschenke“, wo man in gemütlicher Atmosphäre rasten kann.

Alternative Energiegewinnung entlang der Tour

Wer sich für alternative Energiegewinnung interessiert, findet hier Sehenswertes, denn die Gemeinde Schenkendöbern, durch die unsere Radtour führt, hat große Anstrengungen zur alternativen Energiegewinnung unternommen. Die Windsparks in Sembten sowie zwischen Schenkendöbern und Lübbinchen, die Solaranlagen auf dem Schenkendöberner Feuerwehrgerätehaus sowie die Anlage zur Stromerzeugung auf dem Granoer Schuldach sind Beweis dafür. Abgerundet werden diese Anstrengungen mit der Wärmepumpenanlage der Interkulturellen Stätte in Sembten, nicht zu vergessen das Holzhackschnitzelheizwerk in Groß Gastrose. Diese Orte werden uns auf unserer Tour noch begegnen.

Entlang des Landschaftsschutzgebietes

Unsere Tour führt uns durch den südöstlichen Teil Brandenburgs, wo man etliche Landschaftsschutzgebiete findet. Eines der Reizvollsten ist das Lutzketal, das in Verbindung mit den Lübbinchener und Krayner Teichen gerade den Naturfreunden viel Freude bereitet. Doch die streifen wir nur am Rande.

Zeit für eine Rast

Wir fahren weiter durch viele Felder und Wälder in Richtung „Wagenburg“ Groß Drewitz. Diese Gastlichkeit hat sich in den letzten Jahren gemausert. Mit einem neuen Pächter vor einigen Jahren hat sich das Erscheinungsbild dieses Areals zusehends verbessert. Prägnant sind die Planwagen, die als Ferienlager genutzt werden. Doch auch große Veranstaltungen finden dort mittlerweile statt. Erst kürzlich waren zahlreiche Besucher beim Tag der Naturwacht Schlaubetal zu Gast. Gastwirtin Monika Schulz und ihr Mann versorgen mit viel Herzblut die Gäste und ihr schönes Anwesen. Wir fahren weiter nach Pinnow und machen Rast an der Kirche. Diese wurde 1910 gebaut und der Innenraum in den letzten Jahren aufwendig saniert.

Besondere Naturereignisse im Reicherskreuzer Heidegebiet

In westlicher Richtung wird die Landschaft durch das Reicherskreuzer Heidegebiet geprägt, das wiederum wichtiger Bestandteil des Naturpark Schlaubetals ist. In der Vergangenheit wurde dieses Gebiet zwischen Reicherskreuz, Staakow und Pinnow als Truppenübungsplatz genutzt. Durch den hohen Verseuchungsgrad an Munitionsteilen und Blindgängern sind große Gebiete für die Öffentlichkeit gesperrt. Aber die, die freigegeben sind, erstrahlen in voller Schönheit, wenn z.B. im Mai der Ginster und im August die Heide blüht. Diese Naturereignisse sind besonders bemerkenswert.

Zwischen Seen und Kohlebaggern

Doch wir fahren vorbei am Pinnower See mit seinem Campingplatz und später der Waldschule am Kleinsee nach Schönhöhe. Auf der Strecke Richtung Grabko kommen wir vorbei am Großsee. Hier tummeln sich im Sommer viele Familien aus der gesamten Umgebung, um im kühlen Nass Abkühlung zu finden. In Grabko angekommen befinden wir uns in einem Ort, der der Braunkohle weichen soll. Hartnäckig kämpfen die Dorfeinwohner gemeinsam mit den Kerkwitzern und Atterwaschern, die ebenfalls weg gebaggert werden sollen, für ihre Heimat. Jedes Jahr am Reformationstag treffen sich dazu Kohlegegner vor der Kirche in Atterwasch, um ihren Willen gegen die Braunkohle und somit gegen die Abbaggerung jahrzehntelang gewachsener Ortschaften kund zu tun. Mit einer Menschenkette über die Neiße bei Groß Gastrose machten im Sommer 2014 hunderte Männer, Frauen und Kinder nicht nur aus Deutschland  ebenfalls auf diese Situation aufmerksam.

Reitfest in Kerkwitz

Durch den Drewitzer Wald geht unsere Radtour weiter nach Kerkwitz. Hier gibt es seit kurzem wieder einen eigenen Dorfladen. Auch sonst gibt es in dem kleinen Ort einiges zu erleben. Jedes Jahr Anfang Mai findet hier ein großes Reiterfest statt, bei dem zahlreiche Reitsportgrößen ihr Können zeigen. Jeweils Ende Mai organisieren die Bubbatzfreunde eine Technikschau mit weit über 100 Fahrzeugen.

Viel Wassertourismus entlang der Neiße

Auf dem Radweg durch den Wald geht es nun zurück in Richtung Guben. Unterwegs in Kaltenborn findet man noch heute eine kleine Quelle. Und wenn man Glück hat, veranstaltet der Dorfklub gerade ein Fest und man kann sich mit einem kühlen Blonden erfrischen. Nun sind es nur noch wenige Kilometer, die uns wieder an den Neißeterrassen in Guben ankommen lassen. Der Wassertourismus wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut. Möglichkeiten der Aus- und Einstige in die Neiße wurden geschaffen. Und auch das Ufer hat davon profitiert.

Von Ute Richter