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Zwischen Schloss und Stahlkoloss – Eine Radtour um Finsterwalde

Zwischen Schloss und Stahlkoloss – Eine Radtour um Finsterwalde
Beeindruckende Landschaften charakterisieren eine Tour, die verträumtes Dorfidyll und Gigantismus aus Stahl vereint. Mittendrin ein Schloss, das von Hochzeiten und opulenten Bällen erzählen könnte. Und ein unberührtes Naturparadies. Alles zu erleben unweit von Finsterwalde.
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Los geht’s am Dorfanger in Massen

Ausgangspunkt der Tour „Zwischen Wasserschloss & Industriekultur“ ist die Skulptur der „Schwarzen Frau“ auf dem Dorfanger in Massen. Die Figur wurde zum Wahrzeichen. Einer Sage nach soll sie durch ihr Aussehen im 30-jährigen Krieg die Schweden vertrieben und das Dorf so vor Plünderungen geschützt haben. Die Neuzeit schreibt über sie weitere Episoden: 2011 wurde die Bronzefigur gestohlen und 2014 ihre Kunststoffnachbildung angezündet.

Entdecken Sie das Wasserschloss in Sallgast

Auf dem Weg durch den Wald nach Sallgast über Lindthal, Rehain, Göllnitz und Dollenchen genießen Radler die Ruhe. Dabei wechselt der Belag von ausgebauten Radwegen zu naturbelassenen Pfaden. Die 33 Kilometer-Strecke führt über ebenes Gelände. Dann taucht es zwischen den Bäumen auf: das Schloss Sallgast, umgeben von einem Park, der um 1880 angelegt worden sein soll. Die Vierflügelanlage wurde in der Renaissance als Wasserschloss errichtet, zeigt aber auch einen spätgotischen Giebel.

Sallgast liegt im Ursprungsgebiet der „Kleinen Elster“, das einst 42 Quellen umfasste. Um das 12. Jahrhundert entstand dort eine Wasserburg. Der heutige Bau zeigt ebenfalls die Form einer Wasserburg. An allen vier Ecken der Anlage befinden sich runde Türme mit Schweifhauben, die der Anlage ein festungsartiges Aussehen verleihen. Über eine Zugbrücke gelangt man in einen kleinen Hof. Im Jahr 2000 wurde das Schloss restauriert. Der Heimatverein eröffnete 2001 eine Heimatstube im Schloss, das Standesamt zog ein und ein Gesundheitshotel mit Gastronomie.

Der liegende Eiffelturm der Lausitz – Die F60

Weiter geht es auf der Tour nach Lichterfeld zum Besucherbergwerk F60. Dort treffen auf die Regional-Radroute drei große überregionale Touren – die „Kohle, Wind & Wasser-Tour (250 Kilometer), der „Fürst-Pückler-Weg“ (500 Kilometer) und die Niederlausitzer Bergbautour „Dem Teufel auf der Spur“ (mehr als 500 Kilometer). Radler sollten sich die Zeit nehmen und eine Führung auf dem Stahlkoloss, der liebevoll auch „liegender Eiffelturm“ genannt wird, einplanen. Er ist 502 Meter lang, 202 Meterbreit, 80 Meter hoch und wiegt 11 000 Tonnen – gigantisch!

Neben Führungen werden an der F60 Touren um den Metallkoloss mit Quad, Segway und Jeep angeboten. Außerdem gehören Shows und Open-Air-Konzerte zum Besucherprogramm an der F60.

Die Natur erobert sich im „Naturparadies Grünhaus“ ihr Gebiet zurück

Unweit des Tagebaus entsteht gemächlich ein Naturparadies – im „Grünhaus“ wird sich die Natur selbst überlassen und erobert sich die kargen Flächen zurück. 110 Quadratkilometer Kulturlandschaft wurden seit 1840 im Raum Lauchhammer – Finsterwalde abgebaggert und umgelagert. Kohlebagger fraßen sich durch die Landschaft, gingen über Dörfer hinweg und schufen tiefe Löcher – nichts blieb mehr vom Ursprünglichen.

Im „Naturparadies Grünhaus“ erhält die Natur eine neue Chance. Viele bedrohte Tier-, und Pflanzenarten bekommen diese auf den nähr- und schadstoffarmen Kippenböden. Wind, Regen und aufsteigendes Grundwasser formen aus dem Gebiet dynamisch eine Landschaft. Rohrweihen fühlen sich heimisch, Eisvögel, Uferschwalben und selten Hautflügler finden gute Brutplätze. Mit diesen Eindrücken, Nachdenklichkeit über menschliches Handeln, aber auch Bewunderung über die Kraft der Natur geht es über Betten zurück zum AusgangsortMassen.

Von Mona Claus