Wo Preußen Sachsen küsst – Museen im Elbe-Elster-Land Single

Wo Preußen Sachsen küsst – Museen im Elbe-Elster-Land


Im Südwesten Brandenburgs bietet die Region an den Flüssen Elbe und Elster eine spannende und abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Über Jahrhunderte in sächsischer, gelangte sie nach dem Wiener Kongress 1815 in preußische Hand. Dass man hier im sächsisch-brandenburgischen Grenzland unterwegs ist, kann man übrigens auch hören: Südlich der Eierschecken-Grenze klingt es gemütlich sächsisch, nördlich davon preußisch-klar. In vier Häusern präsentiert der Museumsverbund Elbe-Elster Aspekte der Geschichte des Elbe-Elster-Landes.
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Museum Schloss Doberlug

Die prachtvolle Anlage von Schloss Doberlug gehörte einst zum Besitz der Kurfürsten von Sachsen. Als Nebenresidenz und Jagdschloss der Sachsen- Merseburger Herzöge erlebte sie im 17. und 18. Jahrhundert unter der gleichnamigen sächsischen Sekundogenitur eine Blütezeit. Später nutzten Sachsen und nach 1815 Preußen das Schloss als Verwaltungsund Wohngebäude sowie als Gefängnis, bevor es in der DDR als Kaserne dienen musste. Seit 2017 erzählt das Museum in einer ständigen Ausstellung die Geschichte von Kloster, Schloss und Planstadt.

Aktuelle Ausstellung
Das Museum Schloss Doberlug zeigt bis zum 10. Juli 2018 rund 140 Originalarbeiten des spanischen Künstlers Salvador Dalí (1904 – 1989). Neben den Gemälden des Spaniers steht ein ebenso umfangreiches Illustrationswerk.

Museum Mühlberg 1547

In der Nähe der Stadt Mühlberg/Elbe trafen 1547 die Heere einer katholischen Allianz unter Kaiser Karl V. auf den protestantischen Schmalkaldischen Bund unter dem Kommando des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich. Dieses Ereignis bildet den Hauptgegenstand des im April 2015 neu eröffneten Museums. Besucher erfahren hier, warum Kaiser Karl V. in Mühlberg den Höhepunkt seiner Macht erreichte und Spanier im April durch die Elbe schwammen.

Aktuelle Ausstellung

Mit der Sonderausstellung „Viele Wege führen nach Wittenberg. Kaiser Karl V. und sein Tross in Mühlberg und Mitteldeutschland 1546/47“ zeichnet das Mühlberger Museum noch bis zum 31. Oktober 2018 die Routen Kaiser Karl V. vor und unmittelbar nach der Schlacht nach.

Mitteldeutsches Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda

Der Zufall war dafür verantwortlich, dass das damalige Kreismuseum Bad Liebenwerda 1996 über 90 Marionetten, Bühnenprospekte, Kulissen und viel Zubehör aus dem Fundus des Marionettenspielers Karl Gierhold (1930 – 1997 erwerben konnte. Dies gab den Anstoß dafür, das einstige Heimatmuseum zu einem Haus zu entwickeln, in dem heute das mitteldeutsche Wandermarionettentheater präsentiert wird.

Aktuelle Ausstellung

Die lustige Figur des Kaspers ist im Handpuppen- und im Marionettentheater allenthalben zu entdecken. Während sich Kasper und co. auf den großen Auftritt vorbereiten, gibt eine gleichnamige Sonderausstellung von Mai bis Oktober einen ersten Eindruck der bunten Kasper-Vielfalt und zeichnet einen Stammbaum der lustigen Figur.

Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde

Als G. F. Wittke 1850 sein Material-, Tabak-, Cigarren- und Destillations-Geschäft gründete, ahnte er nicht, dass es einst das Kernstück des Sänger- und Kaufmannsmuseums in Finsterwalde bilden würde. Der original eingerichtete Kaufmannsladen im Interieur der Gründerzeit und den Waren und Werbe-Utensilien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist noch heute das Urbild des Tante-Emma-Ladens.

Aktuelle Ausstellung

Die Sonderausstellung „Gesammelt“ des Sänger- und Kaufmannsmuseums Finsterwalde bietet vom 17.05. bis 04.11.2018 Gelegenheit, den Besuchern auch Ankäufe oder Schenkungen zu präsentieren, die nur selten gezeigt werden können. Dabei werden alle drei Sammelbereiche des Hauses mit in den letzten Jahren erworbenen Stücken vorgestellt: Neben der Kaufmannsund Chorgeschichte also auch die Regionalgeschichte.

Weitere Kulturtermine in Elbe-Elster

Das Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster und die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ laden vom 2. bis 4. November 2018 zum inzwischen 8. Internationalen Wettbewerb um den Gebrüder-Graun-Preis in Bad Liebenwerda ein. Neben Originalwerken der Graun-Brüder Carl Heinrich und Johann Gottlieb sowie Stücken weiterer Vertreter der Berliner Klassik sind ab diesem Jah zusätzlich auch ausgewählte sächsische Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts zugelassen.
Ganz im Sinne Kaspers und seiner Verwandten werden beim 20. Internationalen Puppentheaterfestival vom 14. bis 23. September 2018 in Elbe-Elster Kasperspieler und -spielerinnen aus Halle, Dresden und Potsdam für gute Laune sorgen. Zum runden Geburtstag gibt es mit 20 Bühnen ein fröhliches Wiedersehen. Als besonderer Gast aus ganz weiter Ferne wird erstmals eine Puppenbühne aus Taiwan erwartet.