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Mit dem Rad durch das Lausitzer Seenland

Mit dem Rad durch das Lausitzer Seenland Single
Vom aktiven Tagebau, zum gefluteten Restloch bis hin zum fertigen See mit Badestrand und Hafen: Das Lausitzer Seenland erlebt eine spektakuläre Metamorphose vom Braunkohle- zum Wasserrevier. Mit dem Fahrrad lässt sich das Jahrhundertprojekt eindrucksvoll erleben.
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Ein ganzer Landstrich wird umgekrempelt. Aus den Tagebaulöchern des Lausitzer Braunkohlereviers entstehen Naturschutzgebiete und tiefblaue Seen mit Badestränden, Marinas und Kanälen. Während an zahlreichen Seen schon reger Urlauberbetrieb herrscht, befinden sich einige noch in Flutung, und andernorts wird sogar noch Kohle abgebaut. Diese Stadien des Landschaftswandels sind in dieser Größe derzeit in keiner anderen Region in Deutschland gleichzeitig zu erleben. Das macht das Lausitzer Seenland zu einer ganz besonderen Kulisse für Radfahrer. Zwei gut ausgebaute Fernradwege führen von der Bergbaugeschichte in die Zukunft dieser jungen Reiseregion.

Weinberge, Aussichtstürme und Badespaß

Die Seenland-Route führt auf 191 Kilometern mitten durch das Herz des Lausitzer Seenlandes. Der Weg verläuft überwiegend dicht am Ufer entlang. So ergeben sich immer wieder herrliche Ausblicke auf die 16 Seen entlang der Strecke. Start ist in Großräschen am gleichnamigen See, der im nächsten Jahr für den Schiffsverkehr freigegeben wird. Hier befindet sich mit den IBA- Terrassen auch ein Besucherzentrum des Lausitzer Seenlandes. Mit Bistro, Touristinfo, Fahrradverleih und Tourenanbietern ist es ein beliebter Ausgangspunkt für Streifzüge durch die Region. Spektakulär ist, was Winzerfamilie Wobar hier geleistet hat: Die ehemalige Tagebauböschung haben sie in eine exzellente Steillage verwandelt – die einzige in Brandenburg! Eine nicht zu verfehlende Landmarke an der Strecke ist der 30 Meter hohe Aussichtsturm „Rostiger Nagel“, der mit seinem rotbraunen Stahl an die Bergbauvergangenheit der Region erinnert. Unweit befindet sich der erste Kanal der Region, der den Senftenberger mit dem Geierswalder See verbindet. Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommt. Zukünftig sollen zehn Seen durch schiffbare Kanäle zu Europas größter künstlicher Wasserlandschaft verbunden werden.

Industriekultur trifft Wassersport

Auf der über 500 Kilometer langen Niederlausitzer Bergbautour durch den Süden Brandenburgs und den Norden Sachsens passieren Radfahrer idyllische Seen, verträumte Dörfer, dichte Kiefernwälder und gelbe Felder, aber auch moderne Kohlekraftwerke und gigantische Förderbrücken. Start- und Zielpunkt ist Senftenberg am gleichnamigen See, dessen feine Sandstrände im Sommer zum Abkühlen oder zum Picknick einladen. Im neuen Stadthaften herrscht maritimes Leben. Von der Seebrücke starten Fahrgastschiffe zu Rundfahrten. Auch zu Monumenten der Industriekultur führt die Bergbautour. Das eindrucksvollste ist das Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60, das über einen Abstecher erreicht wird. Mit 500 Metern ist die F60 die längste bewegliche Arbeitsmaschine der Welt. Bergwerksführer steigen mit den Besuchern auf sie hinauf – über 70 Meter hoch. Von hier oben bietet sich ein Blick weit über die sich wandelnde Region und auf das ehemalige Wirkungsgebiet der Maschine. Längst ist der einstige Tagebau Klettwitz-Nord unter den Wassermassen verschwunden. Kürzlich wurde der hier neu entstandene Bergheider See erstmals für Kanus, Segelboote und Surfer freigegeben. Beeindruckend ist auch der Blick in den aktiven Tagebau Welzow-Süd. Von der Aussichtsplattform „Steinitzer Treppe“ am nördlichen Rand eröffnet sich die endlos scheinende Mondlandschaft des Abbaufeldes mit ihren schwarzgrau-braunen Hügeln, Furchen und Feldern. Näher heran an die rumorenden Bagger und Förderbrücken gelangen Interessierte im Rahmen einer Erlebnistour in den Tagebau, die über das Besucherzentrum excursio gebucht werden kann.

Was kommt nach der Kohle?

Das lässt sich am Aussichtspunkt Klinger See erfahren. Seit fast 20 Jahren wird das ehemalige Restloch des Tagebaus Jänschwalde bereits geflutet. 2027 soll der Endwasserstand erreicht sein. Aber auch am Altdöberner See, der derzeit zu zwei Dritteln gefüllt ist, können Radfahrer sehen, wie hinterlassene Flächen rekultiviert und zu Naherholungszielen umgestaltet werden. Vom asphaltierten Uferweg bieten sich immer wieder Ausblicke auf den entstehenden See. Die mit einem radelnden Teufel markierte Bergbautour führt überwiegend über asphaltierte Wege mit nur wenigen Steigungen. Sie kann auch als zehntägige Radreise mit Übernachtungen in radlerfreundlichen Pensionen und Hotels inklusive begleitenden Gepäcktransfer gebucht werden.

Kontakt

Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V.
Am Stadthafen 2
01968 Senftenberg
Tel.: 03573 7253000

www.lausitzerseenland.de

Autor: Urlaubsreich.de