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Brauerei Drebkau

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Wegpunkt

Annekdote zum Bierbrauen
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Bereitete die Gärung des Bieres Probleme, so legten die Brauer heiße Kieselsteine in die Maische. Drohte Gewitter, so glaubte man dem Sauerwerden des Bieres begegnen zu können, indem Brennnesseln in das Fass geworfen wurden. Das erste Bier eines neuen Fasses sollte von einer Jungfrau angezapft werden. Für den Zapfhahn bevorzugten die Vorfahren Birkenholz. Die Birke musste jedoch in der Nähe eines Ameisenhügels gestanden haben, damit das Getränk auch richtig lief…

Für eine reiche Ernte brachten die Ackerbürger den Feldern ein Bieropfer dar. Im Frühjahr sprengte man etwas vom Gerstensaft auf die Felder. Da viele Bürger selbst brauten, war das keine große Kostenfrage. In Drebkau brauten um 1700 allein 27 der 59 Bürger. Es waren die „Großerben“. „Kleinerben“ durften nicht brauen. Um die Weihnachtszeit ließen die Bierbrauer ihr Getränk segnen. In der Faschingszeit konnte der Betrunkene seiner Gattin versichern, dass reichlicher Genuss des Gerstensaftes ein langes Leben bedeutete…

Vertragsabschlüsse werden heute mit Sekt, früher wurden sie aber mit Bier „begossen“. Beim Leichenschmaus durfte Bier in keinem Fall fehlen. Ehrend erhoben die Leidtragenden die Gläser und gedachten des Toten. Um 1751 berichtete ein Drebkauer Bürgermeister der Regierung, dass „eben so viel, wenn nicht mehr Korn für Branntwein verwendet würde als für Brotung“.  Der letzte Tropfen aus der Branntweinbouteille schüttete man als Opfer für die Hauskobolde auf den Fußboden.

Bei den Hochzeitsfeiern reichte der Vater der Braut eine Brotrinde und ein Glas Branntwein. Diese warf das Glas über den Kopf; zerbrach es an der Wand, dann nahm die Ehe einen glücklichen Verlauf. Ob das Glas vorher geleert worden war, ist nicht überliefert. Nur der Name „Saufdrauke“ lässt dies vermuten.

(Hans-Joachim Hoppe – postum-)

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