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Museum Sorbische Webstube Drebkau

Museum Sorbische Webstube Drebkau
Am Markt 10
03116 Drebkau
Tel.: 035602/22159
035602/22159 Fax: 035602/56260
E-Mail: sorbische-webstube-drebkau@web.de

Wegpunkt

Das "kleine, aber feine" Museum in Drebkau ist seit 2001 im ehemaligen Gastahaus beheimatet und gewährt vielfältige Einblicke in sorbische Kultur und Brauchtum.
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Ostereier aus aller Welt

In der sorbischen Webstube findet jährlich vier Wochen vor bis zwei Woschen nach Ostern die traditionell gewordene Ostereierausstellung mit ca. 2.400 Exponaten aus aller Welt (Sammlung des Stifters Dr. L. Balke) statt. Der 2001 gegründete Förderverein Museum Sorbische Webstube Drebkau e.V. ist bestrebt, neben der ständigen Ausstellung über Drebkauer Handwerk und Zünfte auch regionale Höhepunkte, Kunst und sorbisch-wendisches Brauchtum in Sonderausstellungen zu präsentieren. Seit 2006 finden Ostereiermärkte und Malwettbewerbe um das „Schönste Osterei“ des jeweiligen Jahres mit anschließender Preisverleihung statt.

traditionelles Handwerk wird erlebbar

Das traditionelle ländliche Handwerk zu pflegen, hat sich das Museum von Anfang an vorgenommen. Wie Museumsarbeit und Privatinitiativen sich oft die Hand reichen, zeigt das Beispiel des Spinnens. Neun Frauen treffen sich inzwischen regelmäßig zu Hause und kürzlich auch zur Spinte in den Museumsräumen. Jeden Monat drehen sich die Spinnräder aus Buche und singen ihre Melodie, den Takt geben die Frauen mit den Füßen vor.

Angebote:

– Museumspädagogische Arbeit

– Filmvorführungen über sorbisch-wendisches Brauchtun

– Angebote für interessierte Gruppen zum Thema: „Gestaltung von Ostereiern“ in sorbisch-wendischen Techniken

– Museumsshop zur Osterzeit

Historische Zeitreise zum Gebäude mit Hans-Joachim Hoppe

Auf den Grundmauern eines alten Fachwerkhauses, das nach den Stadtbränden von 1696 und 1708 errichtet und wieder baufällig geworden war, entstand 1806 der massive Bau, 1810 das Seitengebäude an der Schiebellstraße mit einem Torweg und einem Fachwerkgiebel, das als Brauerei genutzt wurde und 1838 ein Stallgebäude. Das Haus am Markt hatte zwei Etagen, fünf Zimmer, sechs Kammern, Keller und einen geräumigen Boden. Das Dach war bereits 1806 mit Ziegeln gedeckt, das Seitengebäude anfangs mit Stroh, obwohl die Niederlausitzer Dorffeuerordnung von 1781 das untersagte. Vermutlich fehlten dem Weber Kurth die finanziellen Mittel, und die Ortsobrigkeit drückte bei dem angesehenen Handwerksmeister ein Auge zu…

Herr Kurth, Garnweber von Profession, besaß auch das angrenzende Gebäude in der Schiebellstraße, in dem sich in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Posthalterei befand. Im Gebäude des heutigen Marktes 10 entstand eine Gaststätte. Mit der preußischen Gesetzgebung waren auch Konzessionen im Gaststättengewerbe erforderlich. Die Witwe Kurth erhielt um 1832 die 1. Konzession für Gaststätten und Beherbergungsgewerbe im Ort. 1906 baute Herr Wilhelm Kurth das Seitengebäude um. Als letzter Eigentümer der Familie besaß er an der Chaussee Drebkau – Cottbus (300 Meter westlich der Kreuzung Laubst – Löschen) eine Ziegelei, mußte um 1910 in Konkurs gehen und die Gastwirtschaft am Markt 10 aufgeben.

Sie wurde von Herrn Ludwig Kurzweil übernommen, der sie als „Gastwirtschaft und Frühstückslokal“ führte und besonders an den Markttagen großen Zulauf hatte. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Herr Böhme das Gewerbe, der es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges betrieb. Nach 1945 wurde daraus ein Mietshaus, das nach und nach verwahrloste.

Nun keht ein neuer, unbekannter Glanz in die Räume ein. Viel konntes es berichten, vermöchte es zu reden. Da war der preußische Offizier, der mit seinem Burschen in der Gastwirtschaft am Markt Quartier bezog. Er kam zu Pferde, die Tiere wurden im Kurthschen Stall in der Schiebellstraße untergestellt, dort, wo auch die Postpferde standen. Warum er nicht im Schloß einkehrte, wissen wir nicht. Nur seine Reise konnte er nicht mehr zu Pferde fortsetzen. Im Sarg auf einem Wagen wurde seine Leiche still aus der Stadt gefahren. Er verstarb an einer unbekannten Krankheit.

Aus der Postgeschichte sind einige Episoden überliefert. Da war der kalte Wintertag anno 1841. Mühsam hatte sich die Postkutsche von Luckau über Calau und Altdöbern nach Drebkau durch den verheerenden Schneesturm mit stundenlanger Verspätung gekämpft. Erschöpft standen die dampfenden Pferde vor der Kurthschen Gaststätte. Das Gefährt war schneebedeckt, an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Die Sichtweite betrug lediglich wenige Meter, der Schnee stob fast waagerecht. Die Passagiere, durchfroren und erschöpft, nahmen im Gastraum Platz, die Magd warf etliche Scheite Holz in den Ofen, um den sich die Fahrgäste drängten. Zwar hatte die Gaststätte eine Übernachtungsmöglichkeit, aber für mehrere Leute verschiedenen Geschlechts, die alle in Richtung Dresden und Görlitz weiter wollten, war sie nicht eingerichtet. Mit warmen Getränken und Essen frischte die Wirtin die Lebensgeister wieder auf….

Hans-Joachim Hoppe (postum)

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Donnerstag und Freitag, 13.00 – 17.00 Uhr und jeden 1. Sonntag im Monat von 13.00 – 17.00 Uhr – regelmäßige Ausstellungen

Führungen und Museumsbesuche sind mit telefonischer Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Öffnungszeiten der Sonderausstellungen
Osterausstellung (4 Wo vor – 2 Wo nach Ostern):
Die – So und Ostermontag: 13.00 – 17.00 Uhr
Danach bis Ende Mai:
Do, Frei und jeden 1. So im Monat: 13.00 – 17.00 Uhr

Sommerausstellung auf Anfrage

Weihnachtsausstellung
ab dem Nikolausmarkt in Drebkau,
Sonderöffnungszeiten auf Anfrage

Eintritt

Erwachsener: 1,50 Euro
Ermäßigt: 1,00 Euro
Kinder: 0,50 Euro