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Stadtkirche Drebkau

Stadtkirche Drebkau
Am Markt
03116 Drebkau
Tel.: 035602/709
035602/709

Wegpunkt

Nachdem der hölzerne Bau der Kirche mehrere Male durch Brände zerstört wurde, entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Drebkauer Kirche mit dem Turm und Kirchenschiff im barocken Stil.
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Aus der westlichen Hufeisenempore fällt zunächst der Prospekt der Orgel aus der Bauzeit des Kirchenschiffes ins Auge. In den Jahren 2004/2005 konnte dir Orgel, dank der großzügigen Unterstützung durch Herrn Asmiß, saniert werden. Der ursprüngliche Kanzelaltar wurde durch Kriegseinwirkung des Zweiten Weltkrieges zerstört. Das nach dem Krieg für die neue Kanzel geschaffene Schnitzwerk sowie das Keuz ohne Korpus (Zeichen des auferstandenen Christus) sind raumprägend für die Stadtkirche Drebkau.

Drebkauer Anekdote: Der mitternächtliche Spuk im Krug

Ob es sich nun tatsächlich so zugetragen hatte, vermochte später niemand mehr sicher zu berichten, doch manches spricht dafür. Es war nach dem großen Stadtbrand anno 1696 in Drebkau. Die Stadt war völlig eingeäschert, auch die Kirche, die Pfarrhäuser und in der alten Burg waren Teile des Daches beschädigt. Zum Wiederaufbau im üblichen Fachwerkstil benötigte man jede Menge Holz, und Holz war teuer, da der Brand fast alles vernichtet hatte. Matthes, der Krüger war dehalb recht froh, als sein Schrankbursche mit dem Pferd einen Balken herangeschleppt brachte, der beim Dachstuhl Verwendung fand.

Nach einigne Monaten standen bereits wieder etliche der Häuschen in den engen Gassen und die Schankstube war gut gefüllt, tranken doch die Drebkauer gern und machten dem Namen “Saufdrauke” alle “Ehre”.

Doch was war das? Die mitternächtliche Stunde mocht herangebrochen sein. Über dem Schankraum rumorte es. Gestöhne drang herunter, Geopoltere war zu vernehmen, das mit einem schrillen, schmerztlichen Aufschrei endete. Die biederen Handwerkern fuhren auf, ihre Haare – soweit sie noch welche besaßen – standen ihnen zu Berge, und beim letzten Schrei stürzten sie sich hastig drängend aus dem Kurg. Danach trat Ruhe ein.

Der Krugwirt Matthes nahm einen Kienspan in die eine, einen Knüppel in die anderer Hand schlich vorsichtig die Stufen der Leiter nach oben. Es war nichts zu erblicken als einige Spinnweben, ein paar Ratten und etwas Gerümpel, das sich bereits wieder angesammelt hatte. Matthes guckte in alle Ecken und stieg schließlich kopfschüttelnd herab. Am nächsten Morgen gab es im Städtchen nur ein einziges Gespräch: Im Kurg spukt es!

Nun hätte sich das Gerede zweifelsohne bald gelegt, wenn nicht am nächsten Abend, wiederum zur Geisterstunde, sich der gleiche Vorgang wiederholte. Etwas Gutes brachte das geheimnnisvolle Geschehen freilich: Bevor die Geisterstunde nahte, verließen die Bürgen den Krug.

Doch dem Krüger fehlten die Siblergroschen der Zeche und so befragte er einen alten Mann in der Pfarrgasse, der als weise galt. Mühsam kroch dieser auf den Boden, schaute sich  überall gründlich um, guckte in jede Ecke und betrachtete schließlich den Balken, den der Knecht zum Bau angeschleppt hatte. Al er eine Art Rune entdeckte, war es sich seiner Sache sicher.

Der Knecht wurde nun einem strengen Verhör unterzogen und gab schließlich zu, den Balken vom Galgenberg draußen vor der Stadt geholt zu haben. Jetzt war die Sache klar. Die Gehängten und Geräderten spukten hier wie früher am Galgenberg.

Alle Drebkauer mieden den Kurg. Dem Wirt blieb nichtsübrig, als das ganze Dach abzureißen, den Balken an den früheren Ort zu transportieren und mit frischem Holz ein neues Dach zu bauen. Nun kamen seine Gäster wieder.

Hans-Jachim Hoppe (postum)

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