Die Slawen sind zurück – die Slawenburg Raddusch im Test Single

Die Slawen sind zurück – die Slawenburg Raddusch im Test


Was? In Raddusch sind die Slawen los? Na da sind Urlaubsreich-Projektleiterin Susann Troppa und ihre drei „Männer“ neugierig geworden und auf Spurensuche gegangen. Im Testbericht erfahren Sie, was Sie in der neuen Ausstellung in der Slawenburg Raddusch erwartet.
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Spielplatz an der Slawenburg Raddusch, Foto: Susann Troppa

Von der Autobahn aus ist sie bereits gut sichtbar – die Slawenburg Raddusch. Schon der Anblick weckt die Neugier, was sich wohl hinter diesem einzigartigen Rundwall verbirgt. Also runter von der Autobahn und rein ins Abenteuer. Weit kommen wir mit den Kids aber erst mal nicht. So stürmen diese als erstes den Holzspielplatz hinter den Eingangstoren zum Gelände. Es wird gewippt, sich im Kreis gedreht und geklettert. Ein großer Spaß, zugegeben nicht nur für die Kleinen.

Spielplatz an der Slawenburg Raddusch, Foto: Susann Troppa

130.000 Jahre Zeitgeschichte

Nun aber ab in die Ausstellung im Burgwall der Slawenburg. Eine bunte Mischung aus Ausstellungsstücken aus 130.000 Jahre Zeitgeschichte in der Niederlausitz, Infotafeln und Multimedia-Säulen schicken uns nun auf Zeitreise. Während mein Mann die Infotafeln genauestens studiert, ziehe ich mit den Kids los. Die verschiedenen Angebote zur Wissensvermittlung helfen mir sehr, meinen 7jährigen für das Thema zu begeistern. So erfahren wir mehr über klimatische Veränderungen, die erst eine Besiedlung der Region attraktiv machten, über das Leben, die Denkweisen und den Glauben unserer Vorfahren. Mein Jüngster erkundet in der Zwischenzeit die Ausstellung quasi auf eigene Faust. Dank Barrierefreiheit und dem Ausstellungsaufbau brauche ich mir aber keine Sorgen um ihn oder um die Exponate zu machen und beobachte ihn nur aus dem Augenwinkel.

Vom Sumpfgebiet zur Tagebauregion

Am großen Rundkino finden wir alle wieder zusammen. Hier erleben  wir die Entwicklung der Niederlausitzer Kulturlandschaft. Dabei begegnen wir so manch bekanntem Gebäude aus der Region und ich bin sehr erstaunt, was mein Großer so alles (er)kennt. Da viele der präsentierten Fundstücke beim Abbau der Kohle gefunden wurden, erhält auch der Tagebau in der Ausstellung eine tragende Rolle. „Großer Bagger“ höre ich meinen Kleinen laut rufen, während er gebannt auf eine überdimensionale Fototafel schaut. Ich nutze die Gelegenheit, um meinem Großen anschaulich zu erklären, wie Kohle überhaupt entsteht und mache mich nach ca. einer halben Stunde mit den Beiden wieder auf den Weg nach draußen.

Ausblick von der Slawenburg Raddusch, Foto: Susann Troppa

Spielerisch, aussichtsreich und weitläufig

Während mein Mann noch weiter durch die Ausstellung zieht, spielen wir  in einem kleinen Haus im Innenhof, wie es einst die Slawen taten. Während der Kleine mit einem Holzpferd seine Runden dreht, probieren wir uns an Knochenkegeln, Kreiseln und Stelzenlaufen. Ein großer Spaß, dem auch mein Mann verfällt, als er begeistert aus der Ausstellung kommt. Nun wollen wir noch hoch hinaus. Über eine Stahltreppe gelangen wir auf den Burgwall und haben einen tollen Rundumblick auf die Region. Von hier oben entdecken wir auch einen stählernen Pfad, der die Slawenburg zu umrunden scheint. Neugierig machen wir uns also auf den Weg dorthin. Der Pfad entpuppt sich als „Zeitsteg“ auf dem wir quasi durch die Jahrtausende spazieren können. Zum Ende der letzten Eiszeit startend, laufen wir zwischenzeitlich langgestreckte Etappen bis zur nächsten Epoche, bevor es mit Beginn der Besiedlung der Niederlausitz immer engmaschiger wird. Abschließend geht’s dann noch einmal auf den Spielplatz. Über zwei Stunden Zeitreise liegen am Ende hinter uns, die wie im Fluge vergingen.

Spielen wie einst die Slawen, Foto: Susann Troppa

Sehenswert für jedes Alter

Unser Fazit: Die neue Ausstellung und der gesamte Komplex der Slawenburg Raddusch zeigen uns einmal mehr, dass ein Museumsbesuch nicht langweilig oder langatmig sein muss. Sowohl diejenigen, die sich einen allgemeinen Eindruck über die Geschichte der Region verschaffen wollen, als auch diejenigen, die tiefer in diese eintauchen möchten, kommen hier auf ihre Kosten. Wir hatten einen tollen Familienvormittag und haben dabei viel über unsere Region erfahren. Ziel erreicht, Test mit Bravour bestanden.

Zeitsteg an der Slawenburg Raddusch,Foto: Susann Troppa

Kontakt

Slawenburg Raddusch
Zur Slawenburg 1
03226 Vetschau/Spreewald
Telefon: 035433 59220
slawenburg-raddusch.de

Öffnungszeiten:
April – Oktober
10:00 bis 18:00 Uhr

November – März
10:00 – 15:00 Uhr

Führungen nach Vereinbarung.

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über die gültigen Hygieneauflagen und damit verbundene eventuelle Anpassungen der Öffnungszeiten.