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Spreewälder Original: Ranger im Biosphärenreservat Spreewald

Spreewälder Original: Ranger im Biosphärenreservat Spreewald Single
Ranger sorgen weltweit in Naturreservaten für den Schutz von Pflanzen und Tieren und werben bei Besuchern und Anwohnern für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur – so auch im Biosphärenreservat Spreewald. Einer von ihnen ist Alexander Hoschke. Der 32-Jährige ist seit vier Jahren bei der Naturwacht am Stützpunkt Lübbenau tätig und damit genau in seinem Element.
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„Ich wollte immer in der Heimat bleiben und mich für sie einsetzen. Dafür gebe ich tagtäglich mein Herzblut“, sagt der Boblitzer. „Ich möchte, dass auch nachfolgende Generationen den Spreewald genießen können. Sie sollen erkennen, dass sie das Paradies direkt vor der eigenen Haustür haben.“Dafür besucht er regelmäßig umliegende Schulen und Kindertagesstätten, tauschtihre Stifte gegen Kescher, Fernglas und Lupen ein und erklärt den Kindern Zusammenhänge. „Oft können die Kinder dann auch noch ihren Eltern etwas beibringen.“ Das ist auch im Sinne von Alexander Hoschke. Sein Ziel: ein weitreichendes Netzwerk zu Einwohnern und Besuchern, Tierärzten, Landwirten und Förstern aufzubauen.

Und was tut ein Ranger sonst?

„Wir Ranger sind Mittler zwischen Mensch und Natur. Wir sind gleichzeitig Ansprechpartner und haben ein waches Auge für die Natur“, so Alexander Hoschke, der seinen Master in Landnutzung und Wasserbewirtschaftung an der BTU Cottbus-Senftenberg gemacht hat. So dokumentieren sie z.B. den Erhaltungszustand von Arten und Lebensräumen. Dafür erfassen sie regelmäßig Daten wie die Anzahl von Amphibien an Schutzzäunen oder Rastvögel. Die Ranger bringen zudem Nisthilfen aus und pflegen diese. Sie schaffen Winterquartiere für Fledermäuse in Kellern und Bunkern und mähen Orchideenwiesen. Sie führen Gäste durch das Biosphärenreservat und halten
Vorträge, melden Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen den zuständigen
Behörden, vermitteln bei Konflikten mit Landnutzern und arbeiten dabei mit zahlreichen Partnern zusammen. „Wir helfen auch weiter, wenn verletzte Tiere geborgen werden müssen oder jemand eine Fledermaus im Haus hat“, erklärt
Alexander Hoschke. Bei ihrer Arbeit werden die Ranger der Naturwacht von Freiwilligen unterstützt.

Labyrinth aus Wegen und Fließen

Was ist am Spreewald eigentlich so speziell, Herr Hoschke? „Es ist ein Mosaik, ein Labyrinth aus Wegen und Fließen. Hier braucht man auf jeden Fall eine gute Orientierung.“ Hat er sich auch schon mal im Spreewald verlaufen? „Na klar! Nach einem Sturm im Sommer sind meine Kollegin und ich sogar mal mit
unserem Kahn im Fließ steckengeblieben, weil zu viel herabgefallene Äste uns den Weg versperrten. Ein Kollege musste uns dann abholen. So lernen wir jeden Tag dazu“, erzählt der Ranger lachend. Deswegen haben er und seine sieben Kollegen bei ihren Streifzügen durch den 475 Quadratkilometer großen
Spreewald mit Kahn, Rad, Kanu, Auto und zu Fuß neben ihrer Dienstbekleidung auch immer eine Notfallausrüstungdabei: Kopflampe, Beutel, Behälter, Lupe, Taschenmesser, Verbandskasten, Essen, Trinken uvm.

Feuer und Flamme für die Natur

Auch bei Alexander Hoschke daheim wird Tier- und Naturschutz großgeschrieben. Seiner Tochter bringt er bei, die Natur mit allen Sinnen
zu erleben und Komplexe zu verstehen. „Genau wie ich ist sie bereits Feuer und Flamme für die Natur. Sie bringt mir Käfer oder Pflanzen, die ich für sie benennen soll, oder fragt mich, welcher Vogel da gerade singt.“ Neben seiner
Arbeit und der Familie ist der 32-Jährige im Ortsbeirat, im Naturbeirat, im Sportverein und der Wasserwacht Lübbenau aktiv. „Denn wenn sich etwas ändern soll, muss man selber mit anpacken.“

 

Sie möchten mit den Rangern auf Tour gehen? Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie das geht: