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Ausflugstipp für Familien: Das Spreewald-Museum Lübbenau im Test

Ausflugstipp für Familien: Das Spreewald-Museum Lübbenau im Test
Spiel, Spaß und viele Entdeckungen – Das Spreewald-Museum in Lübbenau macht Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Urlaubsreich Autorin Susann Troppa hat mit ihren Freunden und deren Kids die Angebote des Spreewald Museums aktiv getestet.
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Mit meinen Freunden unternehmen wir regelmäßig Ausflüge in die Region. Spaß und Action wird bei unserem Nachwuchs (4, 5 und 9 Jahre alt) dabei besonders groß geschrieben. Dass dies auch bei einem Museumsbesuch möglich ist, davon konnten wir uns im Spreewald-Museum Lübbenau überzeugen.

Im Spreewald-Museum ist Anfassen erlaubt

In Lübbenau angekommen, die erste positive Überraschung. Kostenfreie Parkplätze direkt vor dem Museum. Also alles aussteigen und direkt rein ins Abenteuer. Am Eingang des Museums werden wir freundlich begrüßt und uns das Museumskonzept erklärt. Im Museum gilt nicht das typische „Bitte nicht berühren“, wir dürfen unsere Kinder dazu ermutigen, fast Alles anzufassen und auszuprobieren. Ausgestattet mit einem kleinen Rätselheft für die Kinder und ein wenig aufgeregt, starten wir schließlich unsere Zeitreise durch die Geschichte.

Ein Raum voller Geschichte

Spreewald-Museum Lübbenau Foto: Susann Troppa

Schon im ersten Raum gibt es viel zu entdecken. Ein Fundus an Alltagsgegenständen aus verschiedenen Epochen wurde hier zusammengetragen und scheinbar bunt gemischt. Wir wandern mit den Augen durch den Raum und stoßen auf so manche Kuriosität, über die wir mehr erfahren wollen. Farblich und mit Nummern gekennzeichnet, finden wir unter einem alten Schulpult Karteikarten mit kurzen, aber auch ausführlicheren Informationen zu den einzelnen Ausstellungsstücken und können so kindgerecht erklären, was es mit dem augenscheinlichen „Laufrad für Erwachsene“ oder der „Wippenwanne“ wirklich auf sich hat.

Mit alten Filmen auf Spreewälder Zeitreise

Während ein Teil von uns noch ein wenig durch den Ausstellungsraum stöbert, hat der andere Teil bereits im nächsten Raum Platz genommen. Über drei Leinwände werden hier verschiedenste Filmaufnahmen und Dokumentationen über die Region rund um Lübbenau aus dem letzten Jahrhundert mit Untertiteln ausgespielt. Eine Dokumentation des DDR-Fernsehens zeigt das Leben in Lübbenau in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Erlebnisshopping im Museumskaufhaus

Die Neugier der Kinder auf das Museumskaufhaus und die Rätselfreude ist so groß, dass wir Erwachsenen uns leider losreißen müssen. Also auf zum etwas anderen Erlebnisshopping. Erste Station: Der Kaufmannsladen aus dem 19. Jahrhundert. Hier erhält der Spreewälder Alles, was für den täglichen Bedarf benötigt wird. Wir starten ein kleines Rollenspiel, schnappen uns ein paar Kartoffeln, wiegen diese ab und berechnen, was die Kundschaft zu zahlen hat. Beim gegenüberliegenden Metzger fällt der Blick auf eine alte Maschine, mit der Wurst hergestellt wurde. Ein Tablet an der Wand zeigt in einem Kurzfilm passend dazu, wie aus Wurstmasse, Würstchen werden.

Kneten, Hämmern, Schuhe besohlen

Weiter geht’s zum Bäcker. Die Kids schnappen sich die Teigschüssel und kneten munter drauf los. Mit ein wenig Übung formen wir gemeinsam Bäckerbrötchen. Auch dies wird wieder in einem kleinen Filmchen erklärt. Bevor es weiter zum Kürschner geht, gilt es hier die erste Rätselfrage zu beantworten. Ein Hut oder ein Pelz gefällig? Verschiedenste Geräte, Tierpelze und Hutmodelle sind in dem kleinen Laden zu bestaunen und die verschiedensten Materialien können ertastet werden. Bei uns Erwachsenen ist nun auch der Spieltrieb geweckt und wir puzzeln an der Puzzelstation drauflos, während unsere Kids auf der Suche nach der nächsten Lösung sind.Mit dieser in der Tasche machen wir uns auf dem Weg zum Schuhmacher. Ein paar maßgeschneiderte Schuhe müssen her.

Also heißt es bei den Kids Schuhe aus und Fuß vermessen. Mit dem richtigen Maß in der Hand können Sie nun die einzelnen Stationen der traditionellen Schuhherstellung entdecken, zerbrochene Holzmodelle wieder zusammensetzen, hämmern und die riesige Schuhbesohlungsmaschine bedienen. Die Kinder, aber auch wir, gehen voll in dieser Rolle auf und staunen, wie lange der Schuhmacher früher mit der Herstellung eines einzelnen Paar Schuhe beschäftigt war. Weiter geht’s zum Leineweber. An einem Modell versuchen wir uns im Teppichknüpfen, bevor wir an einer Puppe Maß für ein neues Kleidungsstück nehmen.

Spreewald-Museum ohne Tracht – undenkbar

Ein Spreewald-Museum ohne Trachten und Blaudruck – undenkbar. Somit erhalten wir noch ein wenig Trachtenkunde und erfahren in einem Kurzfilm, wie aufwändig die Blaudruckherstellung ist. Unsere letzte Station des Museumskaufhauses führt uns schließlich in eine alte Spreewaldbar. Während die Kids am Spieltisch ein Kartenhäuschen bauen, stöbern wir ein wenig durch die Lübbenauer Stadtgeschichte und ihre berühmten Persönlichkeiten. Mit einem kleinen „Abschlusskonzert“ der Kids am Bar-Klavier und mit dem Lösungswort im Rätselheft endet zwar unsere unterhaltsame Shoppingtour, unser Museumsbesuch aber noch lange nicht.

Auf zur original Spreewaldbahn

Original Spreewaldbahn im Spreewald Museum Lübbenau Foto: Susann Troppa

Eine alte Dampflok mitten in einem Museum? Auch das gibt es im Spreewald-Museum zu bewundern. So ist hier die originale bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts fahrende Spreewaldbahn sowie ein Waggon zu bewundern. Wir nehmen auf den alten Holzbänken des Waggons Platz und bestaunen die einfache Technik vom Fensteröffner bis zum Holzofen. Nachdem die Kids Schaffner gespielt haben, gibt es im Führerhaus der Spreewaldbahn auch die Möglichkeit sich einmal in die Rolle des Lokführers zu begeben. Wieder auf original alten Holzbänken Platz genommen, bestaunen wir alle zusammen bei einem Kurzfilm gebannt, wie die Spreewaldbahn mit großem logistischem Aufwand ihren Weg in das Spreewald-Museum gefunden hat. Schnell noch am Bahnhof das Fahrtziel geändert, steuern wir das letzte Ziel unseres Museumsbesuches an und begeben uns in das Verließ des Spreewald-Museums, im dem wir eine ehemalige Gefängniszelle bestaunen können. Nach gut zweieinhalb kurzweiligen Stunden kehren wir schließlich zurück zum Eingangsbereich des Museums. Dort nehmen unsere stolzen Rätselfreunde schließlich ihre kleine Überraschung entgegen und erzählen aufgeregt und ohne Punkt und Komma, was ihnen Alles am Museumsbesuch gefallen hat.

Ab sofort einer meiner Favoritentipps

Mein Fazit: Ein fantastisches, abwechslungsreiches Museum, das sowohl ganz kleine Museumsentdecker als auch Erwachsene gleichermaßen begeistert und ab sofort definitiv zu meinen Favoritentipps für Kids zählt!

Autor: Susann Troppa

Service:
Das Museum ist barrierefrei und somit auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

Veranstaltungstipp:

Erlebnisführung durch das Spreewald-Museum:

Frau Bürgermeister geht shoppen

Gehen Sie mit der resoluten Bürgermeistergattin Lehmann auf einen unterhaltsamen Rundgang durch das Museumskaufhaus und erfahren Sie dabei mehr über die Stadt Lübbenau und vor allem über deren Bewohner.

Wann? Von Mai bis September: jeden 2. Mittwoch, 19 Uhr

Hier geht’s zur passenden Tour:

Autor: Susann Troppa