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Stehpaddler erobern den Geierswalder See

Stehpaddler erobern den Geierswalder See
Stand-up-Paddling nennt sich die neue Trendsportart, die für jedermann geeignet zu sein scheint. Immer öfter stechen Gäste mit Surfbrett und Stechpaddel in den Geierswalder See. Sophie wagt einen Selbstversuch.
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Eines vorweg: Wind und ein unruhiger See eignen sich nicht unbedingt für einen Erstversuch im Stehpaddeln. Die Windsurfer haben dabei schon bessere Startbedingungen. Doch es hilft nichts. Mit meinem Surfbrett und Stechpaddel in der Hand marschiere ich neben Surflehrer Charlie Wend. Während er spielerisch leicht das etwa 20 Kilogramm schwere Brett zum Ufer des Geierswalder See schleppt, habe ich noch mit dem mir entgegenkommenden Wind und der großen Angriffsfläche des Surfbrettes zu kämpfen. Ich gestehe, ich brauche etwas länger bis zum Ufer.

Erster Versuch – Gar nicht so schlecht

Nach den Trockenübungen an Land geht es nun direkt ins Wasser. Knieend versuche ich ein Gefühl für das Brett und die See zu bekommen. Doch bei der neuen Trendsportart des Stand-up-Paddling geht es ja eigentlich um das Stehen auf dem Brett. Also richte ich mich zügig auf und halte das Paddel fest in der Hand. Tiefe Halbkreiszüge im Wasser auf einer Seite sollen mich voranbringen. Es gelingt. Doch die Wellen und der Wind wollen mir immer wieder Streiche spielen. Balancehalten und Armkraft sind mehr denn je gefragt. Der Surflehrer paddelt schon einige Meter vor mir. Als Profi scheinen ihm die kleinen Wellen nichts auszumachen. Nach etwa 20 Minuten habe ich den Dreh raus, und das Brett bewegt sich sogar in die gewünschte Richtung. Für den Erstversuch unter diesen Bedingungen stelle ich mich gar nicht schlecht an, bescheinigt mir mein Surflehrer, der regelmäßig Neugierigen das Stand-up-Paddling beibringt. Denn die Nachfrage nach diesem Wassersport steige stetig.

Stand-up-Paddling – Ein gefragter Sport

Stehpaddler Geierswalder See

Stehpaddler Geierswalder See. Sophie Bartholome

Seit 2011 können bei der Surf- und Segelschule von Klaus Renner Stehpaddelbretter ausgeliehen werden. Dass diese in Geierswalde einmal so nachgefragt sein könnten, hätte der Schulleiter selbst nicht unbedingt für möglich gehalten. Angefangen hat er mit sechs Brettern, mittlerweile bietet er die doppelte Anzahl an. „Am Anfang habe ich das Stehpaddeln selbst etwas belächelt“, gesteht Klaus Renner. Doch nachdem er es ausprobiert und gemerkt hatte, wie viele Muskeln vor allem in den Beinen und im Rücken dabei beansprucht werden, habe er seine Meinung revidiert. „Und der Sport ist für jedermann geeignet, da man auch sehr schnell ein Gefühl für das Brett bekommt“, sagt Renner. Nur eine Erklärung dafür, warum sich immer mehr fürs Stehpaddeln begeistern lassen. Aber auch die Deutschen Meisterschaften im Stand-up-Paddling machen diesen Sport populärer.

Ein Sport für Jung und Alt

Langsam ziehe ich mein Brett aus dem Wasser, die Arme fühlen sich schwer an. „Bei stiller See macht das Stehpaddeln mehr Spaß“, ruft mir einer der älteren Männer zu, die mich dabei beobachteten. Das glaube ich gern, doch auch bei diesem Wetter hat es seinen Reiz und Spaß gebracht. Die beiden Männer reisen öfter extra aus dem Erzgebirge an, um auf den Brettern zu stehen: „Diese Sportart wird ja nicht so oft überall angeboten“, sagt der 71-Jährige. Erstmals hat er sich im Mai auf die Bretter gewagt.

 

Autor: Sophie Bartholome