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Auf den Spuren der Mönche von Dobrilugk

Auf den Spuren der Mönche von Dobrilugk
Länge der Tour 38,32 km Länge
Dauer der Tour 154 min. Dauer

Start:

Doberlug-Kirchhain

Ziel:

Doberlug-Kirchhain

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Die Tour

Die Radroute führt durch kleine Dörfer südlich der Doppelstadt Doberlug-Kirchhain. Durch das Wirken der Mönche vor über 800 Jahren entstand die heutige Kulturlandschaft. In Erinnerung daran wurden in den Dörfern auf Initiative des Naturparks von Roland Karl geschaffene lebensgroße Holzskulpturen aufgestellt. Einst gab es in der Region zahlreiche Wind- und Wassermühlen. Die abwechslungsreiche Landschaft mit Teichen, Wiesen und Wäldern ist Lebensraum zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten.
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Doberlug – Als die Mönche kamen

An der nördlichen Grenze des Naturparks liegt das im Jahr 1005 erstmals erwähnte Doberlug (Dobraluh – sorbisch für „gutes Wiesenland“), später auch Dobrilugk genannt. Es befand sich hier wohl eine größere Lichtung in den weiten sumpfigen Wäldern und ein guter Übergang durch die Niederung an der Kleinen Elster.

Der Markgraf der Lausitz, Dietrich von Landsberg aus dem Hause Wettin, stiftete die Zisterzienserniederlassung Dobrilugk. 1184 kamen 12 Mönche und ein Abt (diese kanonische Zahl erinnert an Jesus und die 12 Jünger) aus dem Thüringer Mutterkloster Volkenroda. In dem kurz zuvor vermutlich noch zwischen Deutschen und Slawen umkämpften Gebiet begannen sie mit dem Aufbau des Klosters, entwässerten Sümpfe, zogen Gräben und legten Teiche an.

Der Gründungsbesitz des Klosters lag nach einer Urkunde von 1199 rund um Dobrilugk, zu beiden Seiten der Kleinen Elster. Gehörten zunächst nur acht Orte zum Kloster vergrößerte sich durch eine geschickte Erwerbspolitik der Besitz (Orte, Wirtschaftshöfe, Mühlen usw.) rasch. So werden in den klösterlichen Urkunden auch die Orte Lugau, Fischwasser, Lindena und der Ackerhof Schulz 1234 erstmals erwähnt. 1253 tauchen Friedersdorf und Gruhno und 1297 Gorden und Oppelhain urkundlich mit Namen erstmals auf.

Bereits 1431 nannte das Kloster 48 Dörfer, sechs Klosterhöfe und eine Mühle sein Eigen. Auch der Erwerb von Wald wurde ab dem 13. Jahrhundert intensiv betrieben. Dieser diente neben dem Holzerwerb auch der Bienenwirtschaft und die slawischen Imker (Zeidler) mussten einen Honig- und Wachszehnt entrichten.

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Im Ergebnis der Reformation wurde das Kloster 1541 aufgelöst. Aus den Ländereien und Orten wurde die Herrschaft Dobrilugk.

Vom Kloster sind heute noch die Klosterkirche, das Refektorium und Teile der Klostermauer vorhanden.

Frisch auf den Tisch

Die Mönche legten in der Umgebung des Klosters Teiche an, in denen sie Fischzucht betrieben. Der nächstgelegene Küchenteich diente dem eigenen Bedarf. Beim Bau eines Steinkohle-Erkundungsschachtes in den 1950er Jahren fiel er trocken. 2006 startete ein Projekt zur Revitalisierung des Küchenteiches, dessen neue, alte Wasserfläche jetzt verschiedenen Amphibienarten und Fledermäusen günstige Lebensräume bietet.

Buchen muss man nicht suchen

Der im Westen an das Kloster angrenzende etwa 36 Hektar große Buchenwald kann als Besonderheit in den sonst kiefernreichen Wäldern angesehen werden. Das heutige Naturschutzgebiet Buchwald wurde bereits 1556 von Humelius erwähnt, der in kursächsischem Dienst stand und Kartierungen und Vermessungen des Gebietes durchführte. Unweit davon befindet sich das erste Vorwerk der Mönche, der Schulz.

Lugau - Doppelt sieht besser

Lugau ist ein großzügig angelegtes Angerdorf mit alten Eichen. Das kleine Flüsschen Bache fließt durch den beschaulichen Ort. Die erstmals um 1253 erwähnte Kirche, hat ein außergewöhnliches Turmmassiv aus Feldstein, das um das Glockengeschoss mit paarig angeordneten Schalllöchern in Backstein erhöht ist. Dazu kommt ein für diese Gegend untypischer markanter Zwillingshelm.

Vom Gebirge zum Wasserloch

An wenigen Stellen in der Region reicht das 150 bis 250 Meter tief liegende, alte Grundgebirge bis an die Erdoberfläche. Eine davon befindet sich linker Hand zwischen Lugau und Fischwasser. Das Gestein wurde jedoch für den Haus- und Straßenbau genutzt. Nur ein kleiner Teich zeugt von dem ehemaligen Steinbruch, der als geologisches Naturdenkmal geschützt ist.

Fischwasser - Von da nach da

Das hübsche Dörfchen Fischwasser entstand im 17. Jahrhundert an diesem Platz neu, nachdem das ursprüngliche Dorf in der Nähe des Weberteiches dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer gefallen war. Viele historische, denkmalgeschützte Bauwerke wie Fachwerk- und Umgebindehäuser und Blockscheunen sind erhalten.

Weberteich - Vom Teich zur Wiese

Der Weberteich war 1199 als Grenzpunkt des Klostergebietes aufgeführt. Es liegt nahe, dass die Mönche den Teich im 13. Jahrhundert zur Fischzucht nutzten. Nach 1500 verlandete die Wasserfläche immer stärker. Mit Beginn des Bergbaus und der damit verbundenen Grundwasserabsenkung gehörte der Teich als solcher der Vergangenheit an. Nur eine große Wiese erinnert heute noch an den Weberteich.

Das umliegende Waldgebiet lieferte damals genügend Holz für etwa 30 Köhlereien. Auch Waldbienen-Honigsammler sollen hier einst ansässig gewesen sein. Heute gibt es hier noch die Försterei „Forsthaus Weberteich“. Das giebelseitige Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Naturschutzgebiet „Suden“

Es ist ein märchenhafter Fichtenwald, das Naturschutzgebiet Suden. Bereits 1961 wurde hier die Niederlausitzer Tieflandfichte auf etwa 90 Hektar unter Schutz gestellt. In zahlreichen Senken sammelt sich das Wasser. Kleine vermoorte Rinnen durchziehen den Wald. Mit etwas Glück hört man dann vielleicht das „ziwitz …“ der Waldschnepfe. Der feuchte Boden lässt Pflanzen gedeihen, die sonst eher selten sind, wie z. B. Königsfarn und Sumpf-Kratzdistel. Auch der blau blühende Lungenenzian kommt im Suden vor.

Gorden - Geschichte in Stein und Bronze

Gorden wurde 1297 in einer Urkunde des Klosters Dobrilugk erstmals erwähnt. Viel jünger ist jedoch die 1749 erbaute Kirche. In der Mitte des Ortes steht an der Hauptstraße ein altes Steinkreuz, der Überlieferung nach ein Sühnekreuz aus dem 16. Jahrhundert.

Das Bronzedenkmal „Mutter und Kind“ an der Kreuzung in Richtung Oppelhain schuf Oswald Haberland 1926 in Gedenken an seine Mutter.

Oppelhain - Von Windmühlen und Kräutern

Der Ort Oppelhain ist gut gewählt für eine Rast. Hier ist eine Paltrockwindmühle zu besichtigen, in der Führungen und Schaumahlen am Mühlentag (Pfingstmontag) angeboten werden. Auf dem Mühlengelände befinden sich das Modell eines historischen Pechofens sowie ein Barfußpfad.

Im Kräutergarten gegenüber können Besucher erfahren, welches Kraut gegen welches Zipperlein gewachsen ist sowie naturgetreu nachgebaute Mühlenmodelle aus dem Elbe-Elster-Kreis betrachten.

Die Kirche wurde im 15. Jahrhundert aus Feldsteinen errichtet. Die Schnitzfiguren am Altar künden von der Zeit des Kirchenbaus.

Friedersdorf - Da klingt was

Friedersdorf ist ein lang gestrecktes Straßendorf mit Dorfanger. Die erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 1217 datiert. Die Kirche wurde um 1230 erbaut und ist ein repräsentativer Bau aus Raseneisenstein. So hat man heute den Eindruck, vor einer „rostigen“ Kirche zu stehen. Ebenso wie der Taufstein stammen auch Reste von Wand- und Gewölbemalereien aus dem 13. Jahrhundert. Die mittelalterlichen Glocken sind die ältesten in Brandenburg.

Südlich des Ortes liegt die Täubertsmühle. Nach wechselnden Besitzern und Nutzungen ist in dem Gebäude heute das Landschulheim des Landkreises Elbe-Elster untergebracht.

Gruhno - Klein aber fein

Der kleine Ort Gruhno enstand als eine neue Ortsgründung des Klosters. Auch die Gruhnoer Kirche wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts überwiegend aus Raseneisenstein errichtet.

Der Taufstein ist ein wertvolles Ausstattungsstück der Kirche. Er besteht aus einem großen Kelchblockkapitell, das um 1220 gefertigt wurde.

Lindena - Eine alte Bauernwirtschaft

Nur einen Katzensprung von Doberlug entfernt liegt die Gemeinde Lindena, die 1228 erstmals als „Lyndenowe“ erwähnt wurde. Die Linde als Kultbaum der Wenden gab dem Dorf seinen Namen, das später zum Besitz des Klosters Dobrilugk gehörte. Zur Errichtung der Dorfkirche 1253 wurde ebenfalls Raseneisenstein verwendet.

Ein traditionelles Gehöft beherbergt das Lindenaer Bauermuseum. Es gibt Einblicke in das tägliche Leben und Arbeiten der ländlichen Bevölkerung auf einem Bauernhof um 1900.

Im Norden und Westen des Dorfes fließt die Kleine Elster. Der im 19. Jahrhundert begradigte Flusslauf wurde hier 2007 teilweise wieder in sein altes Bett verlegt. Die angrenzenden feuchten Wiesen und Weiden sind nicht nur Nahrungsrevier des Weißstorches, der regelmäßig auf dem Kirchturm brütet, sondern auch Rastplatz für Kraniche.

Lohnenswert ist ein Abstecher in das Naherholungsgebiet „Bad Erna“ zum Baden oder zur Einkehr. Der kleine Waldsee ist aus einer ehemaligen Kohlegrube entstanden.

Frische Fische

Wo einst die Zisterzienstermönche Raseneisenstein für den Bau ihrer Kirchen gewannen, bildete sich durch dessen Abbau eine große Senke.

Nach der Reformation und Auflösung des Klosters wurde der Landvoigt von Promnitz Besitzer der Herrschaft Dobrilugk. Er ließ an dieser Stelle um 1612 das vorbeifließende Flüsschen Schacke anstauen und betrieb in der Nähe eine Hammermühle – so kam der große Teich zu seinem Namen.

Heute werden die Teiche zur Fischzucht genutzt. Etwa 20 Tonnen Karpfen und andere Fischarten wie Schlei, Barsch und Wels werden extensiv produziert und zum Teil im Betrieb direkt vermarktet. Die Teichwirtschaft ist Partner des Naturparks.

Autor: Urlaubsreich.de
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Wegbeschrei­bung

Streckenführung: Doberlug-Kirchhain (Klosterkirche) – Bad Erna – Lindena – Gruhno – Friedersdorf – Oppelhain – Gorden – Fischwasser – Lugau – Doberlug-Kirchhain – Siedlung Schulz – Doberlug-Kirchhain (Klosterkirche)

Natur am Wegesrand: Naturschutzgebiet Buchwald, Kleine Elster, Erholungsgebiet Bad Erna und Zinswiesen

Markierung: an einigen Stellen richtungsweisende Findlinge mit transparenten Informationstafeln

Sicherheits­hinweise

Die Tour ist nicht ausgeschildert und verläuft größtenteils eben auf wenig befahrenen Landstraßen, sowie Wald- und Sandwegen. Wir empfehlen den kostenfreien Tourendownload auf Ihr Smartphone sowie eine Radkarte der Region. Diese erhalten Sie in den Touristinformationen vor Ort oder online beim >>Prospektservice des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land, sowie im >>Rundschau-Shop.

Ausrüstung

Tipp: Laden Sie sich die kostenfreie Urlaubsreich App für IOS und Android auf Ihr Smartphone und speichern Sie die Tour unter „mehr“ als Favorit ab. Somit ist die Tourennavigation mit dem Smartphone auch ohne Internetverbindung möglich.

Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V.

Markt 20

04924 Bad Liebenwerda

Tel.: 035341 30652

Fax: 035341 12672

info@elbe-elster-land.de

www.elbe-elster-land.de

Tourist Information im Schloss Doberlug

Schlossplatz 1

03253 Doberlug-Kirchhain

Tel. (035322) 688850

Mail: touristinfo@doberlug-kirchhain.de

www.doberlug-kirchhain.de

 

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