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Ruhland mit dem Fahrrad entdecken

Ruhland mit dem Fahrrad entdecken
Länge der Tour 51,37 km Länge
Dauer der Tour 207 min. Dauer

Start:

Ruhland

Ziel:

Ruhland

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Die Tour

Heidelbeeren und vor allem Pilze aus den herrlich weiten Wäldern um Ruhland haben schon den Kurfürsten am sächsischen Hof in Dresden gemundet. Das ist ebenso historisch verbrieft wie umstritten ist, dass der letzte Sachsen-König August III. auf Schloss Guteborn rechtskräftig abgedankt haben soll. Den Spuren der Geschichte und den Geschichten indes ist gut zu folgen.
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Kulinarische Lieferungen für den Kurfürsten

 

Die kursächsische Postdistanzsäule auf dem Ruhlander Marktplatz weist auch den Weg nach Dresden. Denn die Stadt war eine bedeutende Handels- und Grenzstadt an der großen Handelsstraße von Prag über Dresden nach Frankfurt/Oder und hat deshalb „die höchste Form“ des Wegweisers mit Entfernungsangabe erhalten. Aus der Ruhlander Heide und den großen Wäldern sind Rote und Heidelbeeren, vor allem aber Pilze an den kurfürstlichen Hof geliefert worden. Morcheln haben reißenden Absatz gefunden. Und sie sind auch heute noch zu finden. Für die Küche werden sie aber längst nicht mehr empfohlen. Handelt es sich bei diesen Früchten des Waldes doch tatsächlich um die hier heimische Spitzmorchel, die als giftig gilt und deshalb vor dem Braten zwingend abgekocht werden muss. Die alten Pilzweiber müssen das früher auch gewusst haben. Denn nie wurde festgehalten, dass Prominente aller Zeiten nach dem Genuss der Ruhlander Heidepilze ins Gras gebissen hätten. Vor allem die Sachsen sammeln hier inzwischen selbst eifrig. Im Heimatmuseum am Gutshof ist mehr über die spannende Stadtgeschichte zu erfahren.

 

Ein agrarhistorisches Denkmal in Jannowitz

 

Über Arnsdorf, wo sich ein Abstecher zur Hoffmann’schen Mühle am Schwarzwasser immer lohnt, geht’s weiter nach Jannowitz. Die südlich des Dorfes am Ufer des Ruhlander Schwarzwassers in unmittelbarer Nähe der Revierförsterei gelegene letzte Jannowitzer Kunstwiese ist eines der bedeutendsten agrarhistorischen Denkmäler.

 

Das Gut des Grafen Gersdorff bei Hermsdorf gilt als die Wiege des osteuropäischen Kunstwiesenbaus. Aufgeschüttete Rundbögen, in denen sich die Feuchtigkeit über Rieselrinnen gleichmäßig ausbreiten kann, wurden über Verteilungsgräben mit dem Schwarzwasser künstlich getränkt. Dem natürlichen Gefälle folgend wurde das Wasser mittels kleiner Bewässerungsgräben auf die niedriger liegenden Dammkronen und überschüssiges Nass schließlich zurück ins Schwarzwasser geleitet. So sicherte der Wiesenbauer unabhängig von feuchter oder trockener Witterung durch ein kluges Be- und Entwässerungssystem auf der Gersdorffschen Wiese beste Heuerträge, die vor allem in den Ställen der Herrschaft auf Schloss Lipsa benötigt wurden.

 

Malerische Ortschaften mit kulturellen Sehenswürdigkeiten

 

In der Hermsdorfer Kirche ist 1999 doch tatsächlich ein Schatz gefunden worden. Bei Schachtarbeiten hatten Handwerker im Boden des Gotteshauses 933 Silbermünzen, meißnisch-sächsische Groschen und Nachahmungen aus der Inflationszeit zwischen 1456 und 1465, entdeckt. In Guteborn ist eine Prinzessin begraben. Sie war 1905 hier geboren und entstammt dem letzten Adelsgeschlecht, das im Schloss residierte. Sachsen-König Friedrich August III. soll hier im November 1918 abgedankt haben, schreiben die Geschichtsbücher. Dies soll Dorothea von Lippe-Weissenfeld, Prinzessin von Schönburg-Waldenburg (gest. 2000), so sagen Zeitzeugen, aber bis zuletzt eisern dementiert haben. Vielmehr soll sich der König mit einem Faustschlag auf den Tisch standhaft geweigert haben, die Monarchie aktiv mit zu beerdigen. Der Schlosspark mit der kleinen Kapelle ist geblieben. Über Grünewald ist der Dorfanger, ein in Brandenburg äußerst seltener slawischer Rundling, besonders sehenswert. Und das nahe gelegene Schloss Hohenbocka ist einfach märchenhaft und liebevoll saniert worden. Über Schwarzbach, das ein sehenswertes lebendiges Gutshaus hat, und Biehlen, wo sich die Rast unterm Storchennest anbietet, führt der Weg zurück nach Ruhland an der Schwarzen Elster – vorbei an Wiesen und Wäldern.

 

Kathleen Weser

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Wegbeschrei­bung

Streckenführung: Ruhland – Arnsdorf – Jannowitz – Lipsa – Guteborn – Sella – Grünewald – Hohenbocka – Schwarzbach – Biehlen – Schwarzheide Ost – Ruhland

Autorentipp

Nehmen Sie sich reichlich Zeit, um die Umgebung zu Erkunden. Jeder Ort und jedes Dorf hat seinen ganz eignen Charme.

Sicherheits­hinweise

Die Tour ist nicht ausgeschildert und verläuft auf unterschiedlichen Radwegen. Wir empfehlen den kostenfreien Tourendownload auf Ihr Smartphone in der Urlaubsreich App sowie eine Radkarte der Region. Diese erhalten Sie in den Touristinformationen vor Ort oder im Rundschau-Shop.

Ausrüstung

Tipp: Kostenfreie Urlaubsreich App im App- oder Playstore herunter laden, die Tour suchen und schon landen die Tourendaten und der Verlauf auf dem Smartphone. Wenn Sie die Tour unter dem Punkt “mehr” offline speichern, können Sie alle Infos sogar ohne Internetverbindung abrufen.

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