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Trachtenstickerei – Kulturpflege mit Nadel und Faden

Trachtenstickerei – Kulturpflege mit Nadel und Faden
Auf dem Hof von Familie Dziumbla in Burg (Spreewald) wird traditionelles Handwerk lebendig gehalten.
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Die Trachtenstickerei Dziumbla – Ein Treff für Einheimische und Urlauber

In seiner Trachtenstickerei betreibt das Ehepaar Dziumbla mit Nadel und Faden ein wichtiges Stück Spreewälder Kulturpflege. Bei Dziumblas ist die bunte Welt der Spreewälder Trachten auf wenigen Quadratmetern vereint: Große und kleine
Puppen in Kirchgangs- und Festtagstrachten, Brautpaare mit Hochzeitstracht und Modelle in schlichter Alltagstracht reihen sich aneinander. Mittendrin steht ein großer Tisch. Hier treffen sich die älteren Spreewälder regelmäßig zur Spinte, dem gemeinsamen Spinnen.

Am Tisch sind aber auch Urlauber und Reisegruppen aus nah und fern willkommen. Ihnen geben die Dziumblas mit Liebe zu ihrer Heimat und Verbundenheit zu den Traditionen ihr Wissen über die Spreewälder Trachten
weiter.

 

Trachtenstickerei

Christa Dziumbla in ihrer Trachtenstickerei in Burg (Spreewald) Christiane Klein

Trachtenstickerei – Ein Handwerk mit viel Planung

Christa Dziumbla kennt sich bestens aus. Denn die Urspreewälderin
trägt nicht nur selbst mit Stolz ihre Trachten, sie gehört auch zu den wenigen Menschen
im Spreewald, die noch Trachten fertigen. „Typisch für die Burger Tracht
sind das große Kopftuch und die gestickten Blumen“, sagt Christa Dziumbla. Viele Tage Arbeit stecken in den Gewändern, die zu festlichen Anlässen getragen werden. Oft werden die Trachten über Jahrzehnte gepflegt, immer wieder ausgebessert und sogar
an die nächste Generation weitergegeben.

Die Stoffe und Materialien, mit denen die Trachtenstickerin die Kleider näht und ausbessert, hütet sie wie einen Schatz. Denn es sei gar nicht so einfach, Nachschub zu bekommen. „Vor allem gute Halstuchstoffe und die dicken Wollstoffe für den Rock muss man suchen“, erzählt die Burgerin. Kalkulieren ist auch bei der Spitze gefragt: Einmal im Jahr kommt der Händler aus Plauen und nimmt die Bestellungen entgegen. „Der Vorrat muss dann für das ganze Jahr reichen“, sagt Christa Dziumbla und nimmt einen buntbestickten Rock zur Hand, bei dem das Mieder ersetzt werden muss.

„Allein im Kopftuch stecken rund 80 Nadeln“

Der Rock mit Mieder gehört fest zur Spreewälder Tracht. Beim Anziehen kommen erst Unterhose und Unterrock, dann das Kittelchen und schließlich der Rock. Darüber wird das weiße Schultertuch gelegt und am Ende das dreiteilige Kopftuch auf dem Haupt festgesteckt.

Hunderte Male hat Christa Dziumbla schon anderen Spreewäldern beim Ankleiden geholfen. Gefragt ist dabei nicht nur Geduld und Geschick, sondern auch reichlich Stecknadeln – damit unterwegs nichts verrutscht. „Allein im Kopftuch stecken rund
80 Nadeln“, sagt Christa Dziumbla und freut sich schon auf das nächste Fest in Burg, bei dem wieder in Trachten getanzt und gefeiert wird.

 

Autor: Christiane Klein

Autor: ura-user