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Unterwegs mit Tour-Guide und „Wassermann“

Unterwegs mit Tour-Guide und „Wassermann“
Die Rundschau-Radler-Tour zum Waldschlösschen in Burg erweist sich als Besuchermagnet.
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Raddusch/Burg Es ist Samstag, kurz nach 10 Uhr, als sich Manfred Kliche und Helmut Ziehe die Hand reichen. Einem herzlichen „Hallo“ folgt ein bestimmendes „Lass es uns angehen“. Kliche und Ziehe sind Mitglieder des Bundes der deutschen Gästeführer und die Tour-Guides für „LR auf Tour 2019“.

Nach dem 25. Frühlingsradeln des RSC Cottbus ist es die zweite Tour unter dem Titel „Mit der RUNDSCHAU durch die Lausitz“. Und es ist ein begehrter Ausflug. „Unsere Tour war als erste ausgebucht“, teilt Manfred Kliche mit. Statt der angemeldeten 40 Teilnehmer sind es am Ende 49 Radler, die um 11 Uhr vom Radduscher Hotel „Zum Spreewaldhafen“ in die Pedale treten.

Drei Dinge werden dem fahrenden Volk während der Ausfahrt abverlangt: Aufmerksamkeit, Aufgeschlossenheit und Tapferkeit. Keiner der Teilnehmer dreht um, als Manfred Kliche mitteilt, dass die Radler- und Fußgängerbrücke an der Dubkow-Mühle seit zwei Tagen gesperrt ist und daher ein Umweg gefahren werden muss. Zumindest die Buschmühle kann in Augenschein genommen werden, die 1777 erstmals urkundlich erwähnt wurde und die in den zurückliegenden Jahren mit viel Liebe zum Detail und viel Geld eine Komplettsanierung erhalten hat.

Ein Kahn mit jungen Männern grüßt die Radlergruppe und sieht in dieser potentielle Opfer. „Wir feiern Junggesellenabschied und sind für jede Gabe dankbar. Polterabend, Brautkleid, Hochzeitsfeier – Sie wissen schon“, begründen die Sportler von Lok Schleife. Bevor es in ihren ausgestreckten Händen klimpert oder raschelt wird Johannes Olbrich zu einem spontanen Trompeten-Solo verdonnert. „Ich habe zehn Jahre nicht auf diesem Instrument gespielt“, so der zukünftige Bräutigam, der am kommenden Samstag vor den Traualtar treten wird. Intensiver Applaus bestätigt, dass der „kleine Trompeter“ seine Sache gar nicht so schlecht gemacht hat.

Den zweiten Beifall des Tages erntet Johannes Schimmank vom Waldschlösschen/Hafen in Burg, dessen Familie die Gurkenverkostung ermöglicht. Ein zweiter Tontopf, gefüllt mit dem Charaktergemüse des Spreewalds, muss herangeschleppt werden, um auch alle Gourmets zufriedenzustellen. Gegrilltes, Kuchen oder Eis genügen, um die Reise gestärkt fortzusetzen, für die Regina und Willy Schäfer die weiteste Anreise hatten. „Wir kommen aus Hameln, am schönen Weser-Radweg“, berichtet das passionierte Radler-Paar. In diesem Jahr ist dieser zum beliebtesten Fernradweg in Deutschland gewählt worden und hat damit den Elbe-Radweg von der langjährigen Spitzenposition verdrängt. Berechtigter Stolz radelt bei Regina und Willy Schäfer mit, die einer Einladung von Christiane und Bernd Wiesenberg gefolgt sind. „Wir sind eine neunköpfige Radler- und Wandergruppe aus vier Bundesländern, die sich regelmäßig trifft. Jedes Jahr ist eine andere Familie mit der Ausrichtung eines Ausfluges beauftragt. Dieses Mal waren wir an der Reihe“, so das Paar aus Forst/Lausitz. Rechtzeitig hatten sich die Rosenstädter die begehrten Tickets bei der RUNDSCHAU reservieren lassen.

Das satte Grün, durch das die Teilnehmer radeln, erinnert an das Logo der Gesundheitskasse AOK, die die „LR auf Tour“-Kampagne unterstützt. „In dieser Jahreszeit sind Radausflüge durch den Spreewald besonders attraktiv“, bestätigen Christel und Günter Grabowsky. Das Gros der rund 35 Kilometer-Strecke kennt das Vetschauer Paar von privaten Radausflügen. „Heute haben wir viel Wissenswertes erfahren, was wir so noch nicht kannten“, räumen sie ein und danken damit ihren Reiseführern: Manfred Kliche der mit Informationen zu Historie, Natur, Geografie, Traditionen überzeugt und sein begleitender „Wassermann“ Helmut Ziehe, dem in Sachen Spreewald-Wasser-Management so schnell keiner das Wasser reichen kann.

Apropos reichen: Am Ziel Radduscher Hafen reichen sich die beiden Scouts abermals die Hände. Dieses Mal zum Abschied – bis zur nächsten gemeinsamen Tour.

 

Von Uwe Hegewald

Autor: Urlaubsreich.de