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Verachte nicht die Langsamkeit beim Nordic Walking!

Verachte nicht die Langsamkeit beim Nordic Walking!
Nordic Walker können aufgrund der Technik nicht so schnell unterwegs sein wie Läufer. Das macht manchmal etwas Probleme bei Wettkämpfen, wenn an engen Stellen die Läufer an Nordic Walkern vorbei ziehen möchten.
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Gegenseitige Rücksichtnahme ist bei allen sportlichen Ambitionen ein wesentlicher Bestandteil der Fairness. Das bedeutet, dass Nordic Walker sich immer bewusst sein sollten, dass Läufer schnell über die Stöcke stürzen könnten. Es ist bei solchen Zusammentreffen daher am günstigsten, wenn die Walker sich rechts halten und bei Überholmanövern dann den linken Stock vor der Brust mit angewinkeltem Arm tragen. Mit dem rechten Arm sollten sie entsprechend weiter walken, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen.

Was manche Läufer im Eifer des sportlichen Einsatzes übersehen, ist oft, dass gerade der Rhythmus beim Nordic Walking wichtig ist und es für den Walker eine erhöhte Belastung darstellt, wenn Läufer erwarten, dass die „Langsamen am Stock“ mal fix ins Gebüsch springen, um den schnelleren Läufern das Vorbeikommen zu ermöglichen. Auch wir Walker haben die Zeiten im Blick und möchten uns nicht die Füße verletzen. Hier sind zum einen die Veranstalter gefragt, die engen Wegstrecken so minimal wie möglich zu halten, aber zum anderen die Sportler, in gegenseitiger Akzeptanz, eine faire Lösung für beide zu finden.

 

Aus Sicherheitsgründen ist es bei Wettkämpfen meist so, dass Läufer vor Walkern starten, um gegenseitige Behinderungen weitestgehend auszuschließen. Die Nordic Walker sollten daher so fair sein und sich nicht beim Aufstellen zum Start nach vorn unter die Läufer schummeln. Da ja bei den meisten Wettkämpfen ein Chip Start- und Zielzeit ermittelt, gibt es dafür definitiv keinen Grund.

Bei Rundenläufen kommt es dann jedoch oft zum Überholen der Walker, was bei jedem Wettkampf zwischen den einen und anderen Sportlern zu Irritationen führt.

Nordic Walking ist definitiv Sport

Durch den aktiven Stockeinsatz, die Oberkörperrotation, das bewusste Abrollen der Füße usw. hat der Nordic Walker 90% seiner Muskulatur im Einsatz. Das heißt, auch wenn Nordic Walken langsamer ist als Joggen, ist die Belastung keinesfalls „pille-palle“.

Beim gesundheitsbewussten Nordic Walking ist das Tempo also niemals so hoch wie beim schnellen Läufer.

Als Läufer atmet man meist schneller und lauter, als es bei den meisten Nordic Walkern zu hören ist. Doch diejenigen Nordic Walker, die höchstes Tempo walken, sind ebenfalls im anaeroben Bereich und keinesfalls auf einem geruhsamen Spaziergang.

 

Wir Nordic Walker werden immer mehr. So ist eine echte Nordic Walking Szene entstanden, man kennt sich, begrüßt sich am Start und hat noch nette Worte nach dem Ziel füreinander.

Manche Nordic Walker wechseln später zum Läufer, was ich persönlich schade finde. Und bei einigen muss ich, als ehemalige Leichtathletiktrainerin, sagen, dass das Nordic Walking vom Laufbild her, und damit der Belastung für Knie, Hüfte usw. für diejenigen deutlich gesünder wäre. Auch Läufer sollten sich intensiver mit Lauftechnik befassen, denn jeder Sport hat seine Technik, die u.a. als Ziel hat, effektiv und bestmöglich gesund erhaltend den Sport zu betreiben. Wenn wir manche so an uns vorbeiziehen sehen, kommt schon der Zweifel auf, wie lange diese Körperhaltung von Gelenken usw. toleriert wird. Was nicht heißt, dass etliche derjenigen, die mit zwei Stöcken unterwegs sind, bei mir aufgrund ihrer Technik nicht auf Bedenken auslösen.

 

Ich hoffe, dass sich mit der Zeit ein Umdenken dahingehend ergibt, dass nicht nur das Tempo die Qualität einer Sportart bestimmt. Und, dass alle aufmerksamer mit ihrem Gegner und Mitläufern umgehen, aber auch mit sich selbst hinsichtlich dessen, was sie an Bewegung und Belastung ihrem Körper zumuten. Denn wir wollen doch alle noch lange aktiv sein können.

Autor: Marita Bauer