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Eine Weltreise mit dem Rad – Von Mexiko bis zu den Alpen in einem Tag

Eine Weltreise mit dem Rad – Von Mexiko bis zu den Alpen in einem Tag
Kaum zu glauben, aber wahr: In Forst kann man an einem Tag von „Jerusalem“ nach „Mexiko“ reisen, die „Alpen“ besteigen und durch den „Urwald“ streifen. Die etwa 40 Kilometer lange Radrundtour, die von der Stadt Forst entwickelt wurde, macht das möglich.
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Von Forst in die Natur

Eingebettet in eine malerische Landschaft mit Wäldern und Seen, liegt Forst als Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße, wo die Rundtour beginnt. In der mit hunderten Kilometern ausgebauten Fahrradwegen – sogar bis ins polnische Nachbarland – ist Forst ein Eldorado für Fahrradfahrer. Am Besten startet man die Tour an der Forster Touristinformation bei der Radfahrer noch die letzten Tipps erhalten. Der Vorteil: Die Stadtkirche Sankt Nikolai, die wahrscheinlich 1265/66 erbaut wurde, ist ganz in der Nähe und einen Besuch wert. Hier befindet sich die letzte Ruhestätte des sächsischen Premierministers Heinrich Graf von Brühl.

Weiter geht es dann Richtung Neiße zum Kegeldamm. Radfahrer erhalten auf dem Damm einen schönen Blick über die Neiße, die Neißeauen und direkt ins Nachbarland Polen. Immer weiter an der Neiße entlang, gelangen die Radler nach Sacro zum Erlebnishof Gut Neu Sacro. Auf dem Gut, dessen Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, kann die landwirtschaftliche Idylle genossen und Landwirtschaft im wahrsten Sinne angefasst werden.

Von Ortsumsiedlungen und Naturschutzgebieten

Im Anschluss geht es durch die herrliche Feld- und Wiesenlandschaft nach Eulo. Mit einem Abstecher nach Horno gelangt der Radler zu dem „Archiv verschwundener Orte“, ein multimediales Dokumentationszentrum, das sich dem Thema Ortsumsiedlungen in Verbindung mit dem Braunkohletagebau widmet.

Vom Ortsteil Horno oder Eulo aus geht es weiter ins Naturschutzgebiet Euloer Bruch. In dem von Teichen umgebenen Wald- und Moorgebiet  kann auch die Teichwirtschaft Eulo mit seinen 30 Teichen besucht werden. Dem Fürst-Pückler-Radweg folgend geht es nach Gosda.

 

Urwald rund um Forst?

Bevor sich der Radler dann im „Urwald“ verliert, kann Groß Jamno mit seinem Waldsee erkundet werden. Hier können Besucher auch in das Restaurant „Zum Kuckuck“ einkehren, das für Lausitzer Gastlichkeit bekannt ist. Im „Jamnoer Urwald“ finden Besucher schließlich eine pure Idylle. Eine dem Urwald ähnelnde Teich- und Waldlandschaft, die ihren Namen  bereits 1904 von ihrem Besitzer verdankt, der die Landschaft schrittweise zu einem urwüchsigen Naturpark entwickelte. Das Landgasthaus „Urwald“ bietet ebenfalls leckere Angebote.

Ein Kurztripp nach Jerusalem und Mexiko

Wenn man der Landstraße von Groß Jamno nach Forst wieder folgt, kommt man genau an der Wohnsiedlung „Eigene Scholle“ vorbei. „Die Siedlung, die von 1926 bis 1927 durch den Stadtbaumeister Kühn entstand, wird im Volksmund aufgrund ihrer besonderen Bauform „Jerusalem“ genannt.“, wie Juliane Gründel, Betriebsleiterin vom Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing der Rosenstadt Forst erklärt. Weiter entlang der Malxe gelangt man zum Lausitzer Taubengut nach Domsdorf.  Auf dem Gut werden Tauben gezüchtet, nicht, um sie auf Ausstellungen oder Wettbewerben zu zeigen, sondern um mit ihnen den regionalen Lebensmittelmarkt zu erobern oder einen speziellen Hochzeitstauben-Service zu bieten.

Von dem Gut fahren Sie weiter nach  „Mexiko“. Es ist eine frühere Stadtrandsiedlung ehemals Auswanderungswilliger um 1924/25, deren Name  durch das ursprüngliche Aussehen einer „mexikanischen Wüstenlandschaft“ entstand, erklärt Juliane Gründel.

Über die Alpen nach Forst

Durch Felder und  Wiesen gelangt der Radler auf dem Fürst-Pückler-Radweg zum Ortsteil Keune. Hier werden die Radfahrer linker Hand eine bemerkenswerte kleine Hügellandschaft vorfinden, die von Bewohnern liebevoll „Keunsche Alpen“ genannt wird. Zurück geht es wieder entlang des malerischen Neißeufers auf dem Oder-Neiße-Radweg in Richtung Forster Innenstadt, wo zusätzlich noch der Ostdeutsche Rosengarten mit seinen zehntausenden Rosen inmitten von einem Meer aus Farben, Düften und Blüten sowie Themengärten entdeckt werden kann. Nach einer erholsamen Parkbesichtigung geht es weiter entlang des Neißeufers auf dem Oder-Neiße-Radweg in die Forster Innenstadt. Um zum Endpunkt der Radtour zu gelangen, biegt die Tour am Kegeldamm links in die Sorauer Straße ab. Wenige hundert Meter finden Besucher das Brandenburgische Textilmuseum. Hier erwartet die Interessierten interessante Einblicke in die Textilgeschichte mit Raritäten der Textilherstellung und funktionstüchtigen Gebäuden.

Tourhöhepunkte:

  • Stadtkirche St. Nikolai in Forst:  Offene Kirche jeden Dienstag von 10-16 Uhr, ansonsten Di-Sa 10-16 Uhr, Führungen auf Anfrage.
  • Archiv verschwundener Orte: multimediales Dokumentations-zentrum, Di-Fr 10-17 Uhr, jeden 1. und 3. Sonntag im Monat 14-17 Uhr.
  • Teichwirtschaft Eulo: Verkaufsstelle, von September bis Juni, Di-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-12 Uhr.
  • Lausitzer Taubengut: Verkaufsstelle von Geflügelschlacht und Fleischverarbeitung, Mo-Sa 8-11 Uhr, Di-Fr 8-17.30Uhr.
  • Ostdeutscher Rosengarten: Parkbesichtigungen inmitten von zehntausend Rosen, ganzjährig täglich ab 9 Uhr geöffnet,
  • Brandenburgisches Textilmuseum: Raritäten der Tuchherstellung, von Oktober bis Mai, Di-Do 11-17 Uhr, Fr-So 14-17Uhr sowie von Juni  bis September, Mo 10-16 Uhr, Di-Fr 10-17 Uhr, Sa-So 14-17 Uhr.

 

Saisonhöhepunkte

  • 10. September Archiv verschwundener Orte: Museumsnacht Buchlesung „Entwurzelt“, 19 Uhr.
  • 11. September Stadtkirche St. Nikolai: Öffnung der Kirche zum Tag des offenen Denkmals, 12 Uhr und Abschlusskonzert 18. Kammer und Orgelmusikfestival, 16 Uhr
  • 16. bis 18. September Rad-und Reitstation: „Sattelfest“ Reit- und Springturnier sowie Steherrennen,  
  • 17. September Gut Neu Sacro: Oldtimertreffen, 10 Uhr und in Stadtkirche St. Nikolai: Maxim-Kowalew-Don-Kosaken, 19 Uhr.
  • 24. September Stadtkirche St. Nikolai: Gospel-Konzert.
  • 25. September Ostdeutscher Rosengarten: Rosengartensonntag „Herbstliche Farbenpracht und Weinkultur“, ab 11 Uhr  
  • 29. September Brandenburgisches Textilmuseum: Ausstellungseröffnung „Handwerk: Tradition und Zukunft“, 19.30 Uhr.
  • 1. Oktober Innenstadt: Mitternachtsshopping in der Rosenstadt, ab 18 Uhr.

 

Autor: Anja Guhlan