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Pioniergeist im Glas – Weinspezialitäten aus der Lausitz

Pioniergeist im Glas – Weinspezialitäten aus der Lausitz Single
Ein guter Tropfen muss nicht immer aus Spanien, Italien oder Argentinien kommen. Auch die Lausitz bietet hervorragende Weinspezialitäten mit Tradition und ganz besonderem Terroir.
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Besonders widerstandsfähig: Die Rotweinsorte Pinotin … Fotos: WeinWobar

Unter der märkischen Sonne reifen nicht nur Gurken, Meerrettich und Spargel zu wahren Gaumenfreuden heran. Auch Weintrauben erreichen hier ihre volle Reife und entfalten vollmundige Aromen. Immerhin bietet die kontinentale Lage mehr Sonnenstunden als Rheinhessen oder Rheinland-Pfalz. Zudem sind die Niederschlagsmengen relativ gering. Und tatsächlich ist der märkische Weinbau so alt wie die Mark selbst.

… und die Weißweinsorte Solaris

Nach Angaben des Brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums wurde Weinbau im Märkischen erstmals 1173 urkundlich belegt.  Allein um Cottbus herum gab es im frühen 17. Jahrhundert rund 200 Weinberge. Extremwinter, der Dreißigjährige Krieg, gesetzliche Veränderungen und der beginnende Eisenbahnbau bedeuteten ab Mitte des 19. Jahrhunderts für viele Rebflächen das Aus. Trotzdem gab es 1868 noch knapp 830 Hektar Rebfläche. Spätestens mit der Reblaus-Katastrophe vor mehr als 100 Jahren kam der Weinbau zum Erliegen. 1914 wurde in Krossen der letzte Wein der Region  gekeltert.

Nachhaltigkeit und
Biodiversität

Weinbergführung und Weinprobe mit Winzer in Großräschen

Mittlerweile ist Brandenburg wieder auf der önologischen Landkarte Deutschlands vertreten.
In der Lausitz wachsen junge Reben sowohl an aufgeschütteten Weinbergen auf ehemaliger Tagebaufläche als auch auf alten Weinbergen, an Hang- und Steillage oder auf flachen Weinfeldern. Dabei wagen die neuen Winzer Experimente. Viele bauen pilzwiderstandsfähige, sogenannte PIWI-Sorten an – wie zum Beispiel Johanniter, Solaris, Cabernet Blanc, Regent und Pinotin.

Dr. Andreas Wobar, Vorsitzender der Fachgruppe Weinbau, der Interessenvertretung aller weinbautreibenden Betriebe und Vereine in Brandenburg, weiß warum: „Die Trauben dieser neuen Sorten können nach dem Regen gut abtrocknen und sind so besser vor Krankheiten geschützt. Deshalb benötigen sie gegenüber traditionellen Rebsorten bis zu 80 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel. Ihr Anbau leistet einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Biodiversität im Weinbau.“

Ausgezeichnete Qualität

Laut Ministerium beträgt die Rebfläche Brandenburgs aktuell 33 Hektar.            95 Prozent davon konzentrieren sich in den südlichen Landesteilen sowie in Werder an der Havel. Sie werden vornehmlich von Weinbauvereinen und Einzelunternehmen bewirtschaftet.
„Das ist noch echte Handarbeit. Die Reben werden handverlesen, überwiegend sortenrein gekeltert und sind jahrgangsspezifisch. Es sind ehrliche Winzerweine“, so Dr. Andreas Wobar. Und es zahlt sich aus: Die guten Tropfen haben mittlerweile internationale Aufmerksamkeit und Preise errungen.

Fast alle Winzer bieten auf Voranmeldung Weinbergführungen und Weinproben an – so kann sich jeder selbst vom besonderen Geschmack der Lausitzer Weine überzeugen.

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Autor: Urlaubsreich.de