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Die Sage von den Nixen von Seifertsmühl

Die Sage von den Nixen von Seifertsmühl
04932 Merzdorf

Wegpunkt

Nixensagen finden sich an vielen Gewässern, besonders in den ehemals sorbischen Gebieten; auch bei uns an Elbe, Elster und Röder sowie mehreren Teichen.Sie gehören zu den anmutigsten Schöpfungen der Volksdichtung. Entdecken Sie die Sage der Nixe von Seifertsmühl.
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Vor langen Jahren lebten im Seifertsmühler Mühlteich bei Merzdorf zwei Nixen glücklich und zufrieden mit ihrem alten Vater tief unter dem Wasserspiegel in ihrem Schloss. Zuweilen in mondhellen Nächten kamen sie herauf und tanzten und sangen auf der Mühlwiese. Wenn aber aus dem Tanzsaal, der unweit der Mühlestand, der Klang der Fiedelherüberklang, dann sehnten sich die Nixen danach, auch einmal unter den Menschenkindern im erleuchteten Saal auf blankem Boden mittanzen zu können. Aber der alte Nix schlug ihnen diese Bitte hartnäckig ab. Endlich nach wiederholten Bitten und langem Zögern gab er doch nach und erteilte ihnen die Erlaubnis unter der Bedingung, dass sie vor Tagesanbruch wieder im Wasser sein müssten. So erschienen sie in einer schönen Sommernacht auf dem Tanzsaal, und alles staunte über ihre Schönheit und ihre wunderhübschen Gewänder. An Tänzern fehlte es nicht. Den Nixen gefiel es so gut, dass sie auch den letzten Tanz nicht auslassen wollten. Dann aber verschwanden sie unbemerkt und schnell, wie sie gekommen waren. Sie eilten zum Mühlsteig, doch inzwischen ging die Sonne auf. Zu ihrem Schrecken fanden sie Teich und Bach leer, das Schloss war verschwunden und der Vater trotz Rufens nicht zu finden. Weinend gedachten sie seiner Worte. Die Lust am Tanze hatte ihnen die Heimat geraubt! Was blieb ihnen übrig? Sie mussten sich in der Nähe eine Quelle suchen, in deren Wasser sie schnell verschwanden. Gleich darauf kamen Krähen herbei und mauerten den Born bis obenhin zu, um die Nixen künftig von den Menschen fernzuhalten. Er hieß fortan der Krähenborn. Später sollen die Nixen weiter nach Norden gezogen sein. Beim Tanz hat sie niemand wieder gesehen.

B. Schulzin Liebenwerdaer Heimatkalender1928, leicht gekürzt

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